Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt ist mit 96 Jahren immer noch ein viel gefragter politischer Ratgeber und genießt großes Ansehen in der Bevölkerung. Wenn der Sozialdemokrat auf der medialen Bühne erscheint, warten Journalisten, Politiker, Intellektuelle und Bürger gespannt darauf, was er zu verkünden hat. Zitat: "Natürlich hat Kernkraft ihre Risiken. Es gibt aber keine Energie und nichts auf der Welt ohne Risiken, nicht einmal die Liebe." Genau um das Thema "Liebe" geht es in den letzten Tagen im Zusammenhang mit einem aktuellen #Buch des Altbundeskanzlers, welches den Titel trägt "Was ich noch sagen wollte"...Der Titel klingt so wie ein Vermächtnis, eine gedruckte Bilanz eines langen Lebens. In diesem Buch soll es auch um eine Lebensbeichte gehen, die viele Helmut Schmidt-Fans erschüttern könnte. Nach 68 Jahren Zusammenleben mit Ehefrau Loki und deren Tod im Jahr 2010 öffnet der Altkanzler der Nation sein Herz und beichtet eine Liaison mit einer anderen Frau. Sollte die Analyse eines bekannten Journalisten und Redenschreibers stimmen, Helmut Schmidt habe die Frau "abgelegt", als er Kanzler wurde, weil er meinte, er könne sich das Verhältnis nicht mehr leisten, wäre das durchaus Anlass dazu, den als moralischen Menschen geachteten Politiker in einem neuen Licht zu betrachten. Wenn es tatsächlich stimmt, dass Helmut Schmidt seinen Amtsvorgänger Willy Brandt wegen des Liebesgeschichten kritisiert haben soll, dann fragt sich selbst der geneigte Zeitgenosse, welche Selbstwahrnehmung Schmidt von sich hatte. Loki Schmidt soll von der Affäre gewusst und ihren Mann vor die Wahl gestellt haben. Wir wissen, dass er sich für sie entscheiden hat, aber nicht, ob er aus Liebe oder aus Kalkül für die Karriere gehandelt hat. Viele Menschen fragen sich, warum Helmut Schmidt sich erst jetzt der Öffentlichkeit offenbare. Der Altkanzler habe womöglich „reinen Tisch“ machen wollen, bevor andere Biographen ihm zuvorkommen. Zur Gesamtbetrachtung eines so bedeutenden Politikers gehört ohne Zweifel auch sein Privatleben. Das Denkmal "Helmut Schmidt" hat schon zu seinen Lebzeiten zu bröckeln begonnen. Schade! jh  

Foto: Thaddäus Zoltkowski - CC BY-NC-SA 2.0 / Flickr.com