In Deutschland werden die alljährlichen Internationalen Wochen gegen #Rassismus - dieses Jahr vom 16. März bis 29. März 2015 - von dem Interkulturellen Rat organisiert - Ziel ist es, ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. "Insbesondere durch den NSU, die islamfeindlichen Demonstrationen in Dresden und die in den letzten Monaten zunehmenden Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, Moscheen und Synagogen ist der Rassismus in Deutschland sichtbarer geworden", so der Vorsitzende des Interkulturellen Rates, Jürgen Micksch. Aus diesem Grund will der Interkulturelle Rat stattfindende Veranstaltungen als eine Antwort auf die von Populisten, Rechtsextremisten und rassistischen Demonstrationen geschürten Ängste und den Hass gegen Flüchtlinge, Muslime, Roma, Juden und andere Minderheiten verstehen.

Veranstaltungen

Dieses Jahr wurden, dem Interkulturellen Rat zufolge, bereits über 1.300 Veranstaltungen in über 300 Städten und Gemeinden in Deutschland gemeldet. Dabei wird mit über 100.000 teilnehmenden Personen gerechnet. Beispielsweise ist hier das Projekt "Muslime laden ein" zu nennen. Die Öffentlichkeit wird dazu eingeladen, am 20. und 27. März 2015, an Freitagsgebeten in Moscheen teilzunehmen. "Dadurch können Zeichen der Verbundenheit gesetzt werden. Sie sind nun besonders dringend, denn viele Muslime sind verunsichert", so auch Erol Pürlü, Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland (KRM).

Internationaler Tag gegen Rassismus

Höhepunkt der internationalen Wochen gegen Rassismus ist dabei der internationale Tag gegen Rassismus am 21. März 2015. Das Thema dieses Jahres "Learning from historical tragedies to combat racial discrimination today" zielt darauf ab, die Grundursachen von Rassismus zu untersuchen und vor allem aus der Vergangenheit zu lernen, um Rassismus heute wirkungsvoll bekämpfen zu können.

Hintergrund

Ursprünglich geht der internationale Tag gegen Rassismus auf das "Massaker von Sharpeville" 1960 zurück. Bei einer Demonstration in der südafrikanischen Stadt gegen die diskriminierenden Apartheidgesetze, wurden von der Polizei 69 Menschen getötet und mindestens weitere 180 verletzt. Als Gedenktag an dieses Massaker wurde sechs Jahre später von den Vereinten Nationen der 21. März zum "Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung" erklärt. Auf Initiative der Vereinten Nationen wurde dieser Tag 1979, um eine jährlich stattfindende Aktionswoche der Solidarität mit Gegnern und Opfern von Rassismus, ergänzt.