Am 8. März 2015 findet wieder der Internationale Frauentag statt. Anlässlich dieses Welttages wurden zahlreiche Initiativen gestartet, um auf die Unterschiede und Ungleichheiten hinzuweisen, die zwischen Männern und Frauen nach wie vor herrschen, vor allem die in der Berufswelt. Eines der größten Probleme, das thematisiert wird, ist die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen in Österreich.

Das tatsächliche Ausmaß der Einkommensschere

Laut den Statistiken der Europäischen Kommission betrug der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen 2011 in Österreich 23,7 %. Damit liegt Österreich über dem durchschnittlichen europäischen Lohngefälle, welches 2011 auf 16,2 % geschätzt wurde. Es liegt darüber hinaus europaweit sogar auf dem vorletzten Platz, denn nur Estland weist eine höhere Differenz mit einer Quote von 27,3 % auf. Die Europäische Kommission führt des Weiteren wichtige Gründe an, warum es vorteilhaft ist, diese Differenz anzugleichen. So würde dies beispielsweise eine höhere gesamtwirtschaftliche Rentabilität bedeuten, wie auch gleichwohl generelle soziale Chancengleichheit sicherstellen. Die angeführten Statistiken zeigen, wie wichtig es wäre, dass in Österreich gegen die immens hohe Einkommensschere vorgegangen wird.

Politische Aktionen

Eine Partei, die gegen eben jene Lohndifferenz vorgehen möchte, sind die Grünen. Wie auf ihrer Homepage nachzulesen ist, haben die Grünen eine Aktion unter dem Namen "Halbe-Halbe in Beruf, Politik und Alltag" gestartet, bei der sie auf die ungleichen Karrierechancen und die Einkommensschere hinweisen. Sie fordern eine Steuerreform und eine Umschichtung des derzeitigen Kinderbetreuungsmodells, sodass nicht allein die Frauen die Last im Haushalt und in der Kindererziehung tragen müssen.
Eine ähnliche Kampagne initiierte auch die SPÖ, deren Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ebenfalls für eine geringere Lohndifferenz eintritt. Die SPÖ hatte Maßnahmen wie Einkommensberichte und Gehaltstransparenz gefordert, welche sie nun als erfolgreich einstufen, da die prozentuelle Einkommensschere laut der Statistik Austria von 2006 auf 2010 um ca. 3 % verringert hat.

OECD Bericht zeigt Unterschiede in den Bildungskarrieren auf

Junge Mädchen und Buben schlagen meist verschiedene Bildungswege und später Karrierewege ein. Viele Jobbranchen sind oft "typisch weiblich" oder "typisch männlich" besetzt. Doch stellt sich die Frage, ob dies an verschiedenen genetischen Fähigkeiten liegt, welche sich generell zwischen Männern und Frauen unterscheiden.
Die OECD hat am 05.03.2015 ihren ersten, eigenständigen Bericht zu Gerechtigkeit in der Bildung publiziert. Der Bericht zeigt auf, dass Kinder von Geburt an mit einer gewissen Erwartungshaltung konfrontiert werden, die sich auf ihren Bildungsweg auswirkt. Damit hat der Bericht aufgezeigt, dass keine geschlechtsspezifische unterschiedliche Begabung vorhanden ist, sondern andere Faktoren die Talente der Schüler und Schülerinnen beeinflussen. Wird dies in der Bildung und der Erziehung von Kindern berücksichtigt, so würden Kinder sich anders entwickeln und in ihrer späteren Ausbildung und Berufswahl womöglich andere Talente verfolgen. Auch diese Beeinflussung in der Kindheit könnte ein Mitgrund sein, warum manche Berufsfelder geschlechtsspezifisch dominiert werden.

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