Im Januar 2009 trat das neue Rauchergesetz in Kraft, welches Gastwirten die Möglichkeit gab, ihr Lokal umzubauen oder sich ganz für ein Raucher- oder Nichtraucherlokal zu entscheiden. Dennoch will die Regierung nun einen Schritt weiter gehen und ab Sommer 2015 das Rauchen in Lokalen gänzlich verbieten.

Auf das schon 2009 in Kraft getretene Rauchverbot, das viele Wirte zum Umbau ihrer Lokalitäten zwang und der neuen EU-Lebensmittelkennzeichnungsverordnung, soll nun ein absolutes Rauchverbot folgen. Zumindest laut SPÖ und ÖVP wird es bis Sommer 2015 einen Parlamentsbeschluss dafür geben.

Wenig begeistert über diese neue Entwicklung zeigen sich die Wirte, da sie sich von der Regierung und der EU schikaniert fühlen. Schon durch das „alte“ Rauchverbot wurden Gastwirte zur Entscheidung zwischen Raucher oder Nichtraucherlokal gezwungen. Gaststätten, die größer als 50 Quadratmeter sind, konnten sich für einen abgetrennten Raucherbereich entscheiden. Viele Gastwirte die in Umbauten investierten, wollen nun eine Entschädigung für die entstandenen Umbaukosten.

Finanzminister Dr. Hans Jörg Schelling von der ÖVP will nun genau errechnen lassen, wie viel wirklich von den Wirten investiert wurde, da er den kolportierten Zahlen von rund 100 bis 150 Millionen nicht traue. Eine Entschädigung soll durch kulante Möglichkeiten zur Steuerabschreibung gegeben werden und nicht wie gefordert durch Direktzahlungen.

Ebenfalls wird in der Regierung mit dem Gedanken gespielt, ein Verkaufsverbot von Zigaretten für unter 18-Jährige einzuführen. Laut Familienministerin Sophie Karmasin von der ÖVP, gebe es in Österreich die höchste Rate an jugendlichen Rauchern. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner jedoch hält ein Verbot für „nicht notwendig“ sondern will mehr auf Prävention setzen.

Bundeskanzler Werner Faymann von der SPÖ hält alle Punkte die das Rauchen und Nichtrauchen betreffen für diskutierenswert, will jedoch von einer Alters- oder Preiserhöhung absehen. Von den Bundesländern würden vor allem Salzburg und Tirol ein Altersverbot für das Rauchen begrüßen, während man sich in den restlichen Bundesländern noch zurückhält.   #Gesundheit