Erneut gibt die Organisationsweise der Zentralmatura Anlass zur Diskussion, denn wie Ö1 berichtet, soll der Termin für die schriftliche Matura und die Stellung für den Grundwehrdienst just zeitgleich stattfinden. Die fehlende Koordination zwischen Unterrichts- und Verteidigungsministerium lässt Kritik der FPÖ, der Grünen sowie des Bundesschulsprechers Lukas Faymann laut werden, während das Verteidigungsministerium zu beschwichtigen versucht.

In ganz Österreich sind die Maturanten und Maturantinnen der AHS erstmals vom 5. bis zum 13. Mai für ihren schriftlichen Prüfungstermin versammelt. Es scheint jedoch so, als würden einige männliche Kollegen den Termin nicht wahrnehmen können, da sie bereits anderweitig Verpflichtungen haben. Findet die Musterung für den Grundwehrdienst doch kurz vor, direkt während oder kurz nach der geplanten Matura statt. Diese Terminkollision ergibt sich in allen Bundesländern außer der Steiermark.

Kritik an fehlender Absprache der Ministerien

Bundesschülersprecher Lukas Faymann äußert sich empört über so wenig Achtsamkeit in den Ministerien und fordert in einer Aussendung Schadensbegrenzung. "Sollten Maturanten ihren Stellungstermin nach hinten verschieben müssen, so muss es ihnen trotzdem möglich sein, zum nächstmöglichen Termin einzurücken."

Mit Humor reagiert hingegen der Jugendsprecher der Grünen, Julian Schmid, auf die kulante Einschätzung des Zeitmanagements: "Wir Grüne glauben zwar auch, dass die Maturantinnen Musterung und Matura mit links gleichzeitig schaffen könnten. Aber wir halten es nicht für notwendig - weil das Jahr 365 Tage hat." Somit wird Schmid für eine Verschiebung des Stellungstermins plädieren.

Harsche Kritik kommt auch von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl, er sieht die fehlende Koordination der beiden Ministerien als Bankrotterklärung für die Regierung. Des Weiteren komme auch noch eine unnötige Belastung für die Maturanten hinzu, da die Musterung mindestens 2,5 Tage in Anspruch nimmt, die bei der Maturavorbereitung empfindlich ins Gewicht fallen. Beim Bundesheer kann zwar um die Verschiebung des Stellungstermins angesucht werden, allerdings besteht für Kickl hier die Gefahr nicht beim nächstmöglichen Termin einrücken zu können, was einen Eingriff in die Lebensplanung darstellen würde.

Verteidigungsministerium gibt Entwarnung

Das Verteidigungsministerium reagiert in einer Stellungnahme und garantiert bei einer Änderung des Stellungstermins Flexibilität. Ein Anruf beim Militärkommando soll für eine Verschiebung ausreichen, für die Betroffenen würden sich keinerlei Nachteile ergeben.

Foto: Gabi Eder/pixelio.de #Schule