Der New Yorker Immobilien-Mogul Robert Durst ist am Samstag in New Orleans nach 30 Jahren unter Mordverdacht verhaftet worden. Der Auslöser für die Festnahme des 71- jährigen ist ein unbeabsichtigtes Geständnis, das im Rahmen einer TV-Dokumentation aufgezeichnet wurde.

Als Anfang des mutmaßlichen Mordkomplotts gilt das Verschwinden seiner Frau Katie im Jahr 1982. Obwohl die Polizei Durst damals in Verdacht hatte, konnte sie ihm keine rechtswidrige Tat nachweisen. Der Fall wurde zu den Akten gelegt, aber dreizehn Jahre später wieder aufgenommen. Bevor die Polizei im Jahr 2000 Susan Berman, eine enge Freundin von Robert Durst, zum Verschwinden von Katie Durst befragen konnte, wurde sie an Weihnachten desselben Jahres erschossen in ihrem Appartement aufgefunden.

Daraufhin ergriff Durst die Flucht und ließ sich als stumme Frau getarnt in Texas nieder.
Im Oktober 2001 wurden Leichenteile, die in Plastiksäcke eingetütet waren, in der örtlichen Bucht gefunden. Wie sich später herausstellte war es Dursts Nachbar. Als die Polizei schließlich auf den Multimillionär aufmerksam wurde, verließ dieser fluchtartig das Land. Kurz darauf wurde er auf frischer Tat ertappt, als er versuchte ein Hühner Sandwich in einem Supermarkt in Pennsylvania zu stehlen. Bei der Durchsuchung seines Mietwagens entdeckte die Polizei eine große Summe Bargeld, eine Pistole, Marihuana und den Führerschein seines ehemaligen Nachbarn. Aufgrund dieser belastenden Fakten wurde er festgenommen und des Mordes an seinem Nachbarn angeklagt. Der Prozess verlief sich im Sand, denn der Angeklagte plädierte auf Notwehr und wurde anschließend freigesprochen.

Der Filmemacher Andrew Jarecki stieß auf Dursts Geschichte und entwarf daraufhin die HBO-Dokuserie "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst" ("Der Unglücksrabe"). Darin wird Robert Durst mit neuem Beweismaterial konfrontiert. Er steht den Journalisten insgesamt 25 Stunden lang Rede und Antwort. In der letzten Folge unterläuft ihm ein verhängnisvoller Fehler. Als Durst den Gang auf die Toilette antritt ist zu hören wie er murmelt: "Was zum Teufel habe ich eigentlich getan? Alle getötet, ganz klar" - offensichtlich hatte er nicht bemerkt, dass das drahtlose Mikrofon immer noch eingeschaltet war.

Nach Angaben des Senders ABC war laut Ermittlern des FBI akute Fluchtgefahr gegeben: Als der Immobilien-Magnat in einem Hotel in New Orleans verhaftet wurde, kam ans Licht, dass er unter falschem Namen dort wohnte und falsche Papiere bei sich trug.

Auf die Nachricht von Robert Dursts Festnahme reagierte Douglas Durst, Chef des Immobilienimperiums der Familie, zutiefst erleichtert. "Wir hoffen, dass er endlich zur Rechenschaft gezogen wird für alles, was er getan hat", erklärte er.