Die erste österreichweite Zentralmatura steht vor der Tür. Schüler und Schülerinnen der Abschlussklassen in allen neun Bundesländern sollen sowohl schriftlich als auch mündlich zentralisiert ihre Schulabschlussprüfungen absolvieren. Klingt nach einem großen logistischen Aufwand. Ist es auch. Und wo entwickelt und ausprobiert wird, da passiert auch die ein oder andere Panne.

Negativschlagzeilen zur Zentralmatura reißen nicht ab

Als die ersten Schüler aus Niederösterreich und Wien in der Woche nach den Semesterferien ihre Vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) im Internet hochladen wollten, war der Server überlastet. "Upps, das hätte nicht passieren sollen…" ist die Nachricht, die ihnen vom Bildschirm entgegenleuchtet, berichtet der Standard. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hatte sofort einen Notfallplan parat - Die Maturanten konnten die VWA auch ihren Lehrern auf einem USB-Stick abgeben, um sie auf Plagiate zu überprüfen. Die österreichische Schülerunion zeigt sich ob der Probleme verärgert: "Das Maß ist voll! Diese Panne verunsichert die Schülerinnen und Schüler abermals", sagt der Bundesobmann Felix Wagner in einer Presseaussendung (OTS).

Auch wenn dieses Problem vom Bildungsministerium und dem BIFIE gelöst wurde, folgte Ende Februar ein neuer Fauxpas. Es wurde bekannt, dass einige der Maturanten während der Zeit der Matura einen Stellungstermin beim Bundesheer wahrnehmen müssen. Anscheinend gab es zwischen dem Verteidigungs- und dem Bildungsministerium keine Absprache bezüglich dieser Termine. In einer Pressemeldung versuchte das Verteidigungsministerium doch sofort zu beschwichtigen: "Das Bundesheer reagiert flexibel auf etwaige Kollisionen mit Prüfungsterminen; auch auf den Wunschtermin beim Einrücken wird Rücksicht genommen." Somit wäre auch dieses Problem abgewandt.

Beim Probedurchlauf für die Englischmatura Anfang März wurden vom BIFIE Aufgaben ausgewählt, die bereits zuvor auf der Webseite des BIFIE als Übungsbeispiele veröffentlicht wurden, wie die Presse berichtet. Zumindest jene Schüler, die diese Beispiele bei der Nachhilfe geübt haben, hätten davon profitiert, meinte der AHS-Lehrergewerkschafter Eckehard Quin zur APA.

Bildungsministerin Heinisch-Hosek glaubt trotz der vielen Pannen noch immer fest an das Projekt der Zentralmatura. In der ORF-Pressestunde sagte sie neulich, dass bei so einem großen Vorhaben durchaus Fehler passieren könnten, aber auch, dass diese Fehler von einigen viel zu breitgetreten würden.

Man darf gespannt sein, was die Zukunft für die Zentralmatura in Österreich bringt. Hoffentlich weniger Negativschlagzeilen und stattdessen positive Erfolgsberichte. #Schule