Harte Töne schlug Mareike Daum, ihres Zeichens Politikwissenschaftlerin und bis vor kurzem noch Pressereferentin de CSU, an, als sie die Führungsriege der CSU als eine "Ansammlung von geilen, alten und frustrierten Männern" betitelte.

Sexismus und Diskriminierung machten Daum krank

Diese, sagen wir mal saloppe, von manchen CSU-Mitgliedern als Beleidigung empfundene Aussage, könnte für Daum ein unangenehmes Nachspiel haben. Offene Kritik, womöglich sogar ehrliche Worte, werden ganz besonders in der bayerischen Politik nicht geschätzt. Das muss Mareike Daum nun auch erfahren.

Zugegeben, gerade höflich ist diese Beschreibung der Herren nicht. Aber wer genau hinschaut muss feststellen, dass Daum in einigen Fällen den Nagel auf den Kopf trifft. Selbst in öffentlichen Debatten stellen viele ihr Gefühl vermeintlicher Überlegenheit gegenüber Frauen offen zur Schau.

Mareike Daum wird zum Problem für die CSU. Zur "Bild" sagte sie außerdem, die Männer in der CSU machten ihr das Leben zur Hölle. Auch das kann jede einigermaßen realistisch in die Welt schauende Frau nachvollziehen, die sich diese selbstgefällige Politikerriege zuweilen im TV ansieht.

Ein Buch soll noch mehr Frechheiten ans Licht bringen

In ihrer Zeit bei der CSU musste sich die attraktive Blondine allerlei Diskriminierungen und lüsterne Blicke gefallen lassen. Wenn man Daums Schilderungen hört, so erfährt man, das die Herren in der CSU in ihren sexistischen Äußerungen alles andere als zimperlich sind. So provozierte sie zum Beispiel ein Wahlstratege mit der abstrusen Frage: "Na, Frau Daum, was betonen Sie lieber: Hintern oder Hirn?" Dieses Mobbing am Arbeitsplatz hatte letztendlich gesundheitliche Konsequenzen.

Bisher hat sich die CSU noch nicht umfassend zu den Vorwürfen geäußert. Auch ein entsprechendes Attest läge nicht vor, sagte ein Parteisprecher zur Ein CSU-Sprecher auf Nachfrage der Huffington Post. Daum hatte zum 31. Januar gekündigt. Genau mit Datum des Erscheinens ihres Buches "High Heels an die Macht: Feminismus, aber sexy" werden nun die Vorwürfe öffentlich. Auch im Buch spart sie nicht an Vorwürfen. Wir dürfen gespannt sein, wie die CSU ihren Kopf aus der Schlinge ziehen wird. Vermutlich muss das Allheilmittel Abfindung greifen und Daum ein paar Aussagen schwärzen. Schade eigentlich. Doch sich zu wehren, indem man nur zum sexistischen Gegenangriff startet, ist auch keine besonders kluge Lösung. Immerhin hat Frau Daum ja Politikwissenschaften studiert. Sie müsste doch die verkrusteten Strukturen in erzkonservativen Politikerkreisen in und auswendig kennen.