Es scheint eine gute Woche für Silvio Berlusconi gewesen zu sein. Wie die deutsche Zeitung "Die Welt" berichtete, konnte er letzten Freitag seinen Sozialdienst in einem mailändischen Altenheim wegen guter Führung 45 Tage früher beenden. Verurteilt wurde der ehemalige italienische Regierungschef im Jahr 2013 zu Sozialarbeit auf Grund von Steuerhinterziehung - einige Vergehen waren jedoch verjährt und konnten ihm daher nicht vorgehalten werden. Doch auch wenn der Ex-Premierminister seinen Dienst abgeleistet hat, muss er sich noch an einige Auflagen halten; beispielsweise darf Berlusconi nicht ins Ausland reisen.

Prozess rund um die "Ruby Affäre" beendet

Den zweiten Sieg konnte der 78-jährige am Dienstag davontragen, als das oberste Gericht in Italien seinen Freispruch verkündete. In dem Prozess ging es hauptsächlich um Berlusconis Beziehung zur damals 17-jährige Marokkanerin Ruby. Mit ihr soll der Ex-Premierminister während der sogenannten "Bunga Bunga" Partys in seiner Mailänder Villa Sex gegen Bezahlung gehabt haben. Er streitet diesen Vorwurf jedoch ab. Angeblich hat Berlusconi auch seine politische Macht benutzt, um Ruby bei der Polizei freizubekommen. Daher wurde er im Jahr 2013 in erster Instanz wegen Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen gegen Bezahlung und Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dazu kam ein lebenslängliches Verbot, politische Ämter zu bekleiden.

Auch wenn Berlusconi nun endgültig freigesprochen ist, gehen die Ermittlungen weiter. Laut dem Standard wird vermutet, dass Berlusconi ungefähr zwanzig Mädchen für Falschaussagen vor Gericht bestochen habe. Die mailändischen Ermittler nehmen an, dass Berlusconi bis zu zwei Millionen Euro an die Teilnehmerinnen der "Bunga Bunga" Partys gezahlt hat, um sich ihr Schweigen zu erkaufen. Das hindert den Ex-Premierminister jedoch nicht daran, schon wieder politische Pläne zu schmieden. Obwohl er bis 2019 nicht politisch aktiv werden darf, plant er bereits sein Comeback, wie die italienische Zeitung "La Stampa" berichtet.

 Foto: European Union 2011 PE-EP / Pietro Naj-Oleari