Richard Amann ist am Sonntag als Bürgermeister der Stadt Hohenems mit einem Ergebnis von 50,8 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Auf seinen Kontrahenten FPÖ-Kandidat Dieter Egger entfielen 49,2 Prozent der abgegebenen Wahlurteile. Damit gelang es Amann, das Votum von vor zwei Wochen zu seinen Gunsten zu drehen. Damals hatte Egger den ersten Wahldurchgang überraschend mit mehr als 45 Prozent der Stimmen für sich entscheiden können.

121 Stimmen entscheiden - Rot und Grün gaben Wahlempfehlung für Amann ab

Wie der ORF Vorarlberg berichtet, zeichnete sich früh ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab, aus dem letztlich Amman äußerst knapp als Sieger - mit einem Vorsprung von gerade einmal 121 Stimmen - hervorging. Lange Zeit lag FPÖ-Bürgermeisteraspirant Egger vorne, ehe die Auszählung der Wahlkarten das Momentum für den amtierenden ÖVP-Stadtchef Amann kippen ließ. Im Vorfeld hatte Amann vonseiten der Hohenemser Sozialdemokraten und der Emsigen und Grünen Unterstützung erhalten, die sich auch in Form einer Wahlempfehlung für Amann aussprachen.

Widerstand gegen Egger wahlentscheidend?

Grund hierfür waren wiederkehrende antisemitische Äußerungen Eggers, der bereits im Vorarlberger Wahlkampf 2009 mit ausfallenden Aussagen gegenüber dem Direktor des Jüdischen Museums der Stadt Hohenems, Hanno Loewy, für Schlagzeilen sorgte und sich in weiterer Folge nicht von diesen distanzierte. Dies kostete damals nicht nur den Freiheitlichen die Regierungsbeteiligung, sondern führte auch nach Eggers überraschendem Wahlsieg von vor zwei Wochen dazu, dass sich Widerstand formierte. Die Protestgruppe "Plattform gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus Vorarlberg", der sich auch der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier anschloss und die maßgeblich gegen Egger mobilisierte, fand in sozialen Netzwerken breiten Zuspruch. Ihr Ziel - Egger als Bürgermeister zu verhindern - hat diese jedenfalls erreicht.

Wer übernimmt das Vizebürgermeisteramt?

Unterdessen stellt sich die Frage, welche Partei das Vizebürgermeisteramt zugesprochen bekommt. Bei der Gemeinderatswahl vor vierzehn Tagen erhielt die FPÖ die meisten Stimmen - für Egger ein Grund mehr, diesen Posten an ein Mitglied seiner Partei zu vergeben. Ebenso äußerte aber auch Bernhard Amann von den Emsigen und Grünen Interesse an der Funktion. Wer das Amt übernehmen wird, wird in den kommenden Tagen entschieden.