Der Wiener Stadtschulrat will gemeinsam mit der Polizei gegen Schulschwänzer vorgehen und greift zu diesem Zweck auch auf unkonventionelle Maßnahmen zurück. So wurde vonseiten der zuständigen Behörde ein Bericht der Tageszeitung "Die Krone" bestätigt, wonach künftig dienstverrichtende Polizeibeamte tagsüber auf öffentlichen Plätzen Kinder und Jugendliche, die des unerlaubten Fernbleibens vom Schulunterricht verdächtigt werden, mit Sätzen wie "Was macht ihr hier? Ich denke, ihr solltet um diese Zeit in der #Schule sein" ansprechen sollen. Dadurch erhofft man sich seitens des Stadtschulrats vermehrt zu Bewusstseinsbildung und Prävention beizutragen.

Bundeshauptstadt verhängt die meisten Strafen

Der Grund für dieses unkonventionelle Vorgehen kann in der bundesweit höchsten Zahl der unerlaubt vom Unterricht fernbleibenden Schüler vermutet werden. Wie einem Bericht des ORFs zu entnehmen ist, wurden im Jahr 2013 insgesamt 880 Strafen aufgrund von Verletzungen der Schulpflicht in der Bundeshauptstadt ausgesprochen, rund doppelt so viele wie im zweitplatzierten Bundesland Salzburg, das 449 Sanktionen verhängte. Es überrascht daher nicht, dass inzwischen im Wiener Stadtschulrat eigens ein Schulschwänz-Beauftragter seinen Dienst angetreten hat.

Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl: "Schwänzen ist kein Kavaliersdelikt"

Dass das Problem in der Bundeshauptstadt höchsten Stellenwert genießt, verdeutlicht auch eine Stellungnahme der Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl, die gegenüber der APA verlautbaren ließ, dass es sich beim Schulschwänzen um kein Kavaliersdelikt handle und durch oftmaliges, unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht die Chance erhöht werde, zum Schulabbrecher zu werden. "Keine Toleranz gegenüber dem Schulschwänzen!", sei daher angebracht.

Polizeipräsident Pürstl: Polizeipräsenz leistet Anteil an Problemlösung

Der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl verspricht sich jedenfalls Erfolge von der geplanten Kooperation, wenngleich das Problem selbst letztlich nur in Zusammenarbeit von Schulen und Sozialarbeitern zu lösen sei. Gegenüber der APA meinte er jedoch: "Wir sind uns sicher, dass allein schon die Präsenz und das aktive Ansprechen durch die Polizei eine große präventive Wirkung haben kann."