Nach der Attacke der somalischen Al-Shabab Miliz am letzten Donnerstag, den 2. April 2015, auf dem Campus des Garissa University College im kenianischen Garissa ist die Zahl der Opfer auf 148 gestiegen. Fast alle der Getöteten waren christliche Studenten der Universität. Zusätzlich wurden etwa 79 Menschen zum Teil schwer verletzt - die Zahl der Todesopfer kann aufgrund der vereinzelt lebensgefährlichen Verletzungen mancher Verwundeter noch weiter steigen.

Laut offiziellen Angaben wurden 4 Angreifer durch selbstausgelöste Explosionen -die Attentäter trugen Sprengstoffgürtel - und durch die Schüsse angreifender Armee- und Polizeieinheiten getötet. 5 weitere Personen, darunter ein Mitarbeiter des Campus-Sicherheitsdienstes werden gegenwärtig noch von Beamten des Innenministeriums und des Heimatschutzes verhört. Bisher wurden noch keine genauen Angaben zur möglichen Beteiligung des Sicherheitsdienstmitarbeiters beim Angriff gemacht.

Nach Berichten internationaler Nachrichtendienste wurden mehr als 600 Studenten und etwa 50 Angestellte der Universität unverletzt vom Campus evakuiert. Manche der Geretteten verharrten während des Angriffs und der darauffolgenden Geiselnahme stundenlang in unterschiedlichen Verstecken. Einige hatten sich in Schränken, unter Tischen, oder in Büschen verborgen gehalten und wurden völlig entkräftet aufgefunden. Viele stehen laut den lokalen Sanitäts- und Rettungsdiensten noch immer unter Schock und werden psychologisch betreut. Reisebusse wurden von der regionalen Regierung zur Verfügung gestellt, um den Überlebenden, von denen viele in weit entfernten Teilen des Landes beheimatet sind, eine schnelle Heimkehr zu ihren Familien zu ermöglichen.

Eine große Zahl der Leichen von den 148 Getöteten mussten in die Hauptstadt Nairobi geflogen werden, da lokale Leichenhallen nicht die benötigten Kapazitäten aufweisen. Bisher wurden, so die Berichte vor Ort anwesender Medienvertreter, nur wenige der Opfer identifiziert, was zum Teil auch mit der als "zeitweise sehr chaotischen" Situation am Schauplatz des Dramas, der Umgebung in der Nähe der Stadt Garissa zu tun haben soll.

Der Präsident von Kenia, Uhuru Kenyatta hat nach Beendigung der Tragödie 3 Tage landesweite Staatstrauer angeordnet, und der als terroristischen Organisation eingestuften Al-Shabab Miliz öffentlich den Krieg erklärt.

Die Al-Shabab Miliz, welche vom, an Kenia angrenzenden Land Somalia aus operiert, hat bereits mehrere terroristische Anschläge in der Region, rund um das Horn von Afrika ausgeübt. Seit 2012 gilt Al-Shabab, auf Deutsch "die Jugend" (von "Harakat al-Shabaab al-Mujahideen", "Bewegung der Mudshahidin Jugend") als regionaler Ableger der Al-Qaida in Afrika.

Quelle:

BBC: Kenya al-Shabab: Kenyatta vows tough response to Garissa attack.

FAZ: Massaker in Kenia: Gezielter Anschlag auf Christen.

Reuters: Special Report: In Africa, a militant group's growing appeal.