Anlass

Seit Oktober 2014 trafen sich Zuwanderungskritiker in Dresden und anderen deutschen Städten, um weitere Einwanderung von Ausländern in Deutschland zu stoppen, bzw. zu limitieren. Diese Kritiker formierten sich hinter dem Namen #PEGIDA. Diese Gruppierung provozierte heftigen Gegenwind in der Bevölkerung.

Riesige Menschenmassen marschierten daraufhin GEGEN die PEGIDA auf, und protestieren auf diese Weise gegen die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Durch die Gegendemonstrationen, auch Friedensmärsche genannt, sollte ein Zeichen gesetzt werden, dass Deutschland offen für Menschen in Not steht. Eine überwältigende Menge von Deutschen sprach sich für das Asylrecht aus. Doch was kommt nach den Friedensmärschen? Muss nicht nach A auch noch B gesagt werden? Wie kann ich selbst ganz einfach effektiv und praktisch helfen die Situation von Flüchtlingen in Deutschland zu verbessern?

Letzte Vorkommnisse und Situation

Tausende Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer auf dem Weg zur Hoffnung. Lybier, Syrier und viele andere fliehen vor Krieg und Armut und suchen Frieden und Arbeit in Europa. Nach den letzten Boots-Tragödien wurden erneut viele Rufe nach verbesserter Flüchtlingspolitik laut. In der Politik ist momentan speziell das Thema Flüchtlingsrettung im Mittelmeer präsent. In sozialen Netzwerken, in Zeitungen und von Organisationen wird gefordert, dass die verantwortlichen Politiker reagieren müssen. Große Empörung besteht in dem Punkt, dass die Flüchtlingsrettung erst nach dem Tod von Tausenden auf einen Schlag größere finanzielle Zuwendungen bekommt. Klar scheint, dass die finanziell stärkere Zuwendung und das Überdenken der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer zu spät kommt.

Angekommen in Deutschland

Doch was wartet auf die Fliehenden, wenn sie nach wochen-monate-und jahrelanger Odyssee endlich in Deutschland ankommen? Bürokratie, überfüllte Flüchtlingsunterkünfte und zu allem Überfluss auch noch Menschengruppen, die sich gegen die Einwanderung aussprechen und bereit sind Flüchtlingsheime anzuzünden. Dieser Umstand ist besser als die Kriege, die in ihren Heimatländern wüten, aber längst nicht das Optimum, zu dem Deutschland fähig wäre.

Was kann ich tun?

Nicht jeder hat die Kapazitäten Flüchtlinge bei sich daheim aufzunehmen. Die meisten Deutschen haben einen festen Arbeitsplatz und nicht die Chance viel Zeit in die Aufnahme Geflüchteter zu investieren. Bewegende Geldsummen, um entsprechende Organisationen zu unterstützen, hat ein Normal-Verdienender auch nicht. All dies braucht man aber gar nicht, um einen kleinen Teil zur Verbesserung der Lebenslage von Flüchtlingen in Deutschland beizutragen.

Ein bedrückender Umstand ist die Isolation der geflohenen Menschen von der deutschen Gesellschaft. Es findet sehr wenig Austausch statt. Die Flüchtlinge sind meist an sehr strikte Regelungen gebunden, die nicht vorsehen, dass die Bewohner das Gelände des Heims verlassen dürfen. Und man selbst klopft normalerweise nicht an die Tür einer Flüchtlingsunterkunft und fragt, ob man ihnen bei etwas helfen könnte.

Doch die Interaktion zwischen deutschen Einwohnern und den Geflüchteten wäre ein Schritt, der noch viel stärker gefördert und durchgesetzt werden sollte. Was gibt es besseres, als einem Menschen, der vor Krieg und Armut geflohen ist die Hand zu reichen, Hilfe anzubieten und einfach ein offenes Ohr zu leihen?

In jeder deutschen Stadt, die eine Flüchtlingsunterkunft beheimatet, gibt es Kritiker die diese Institutionen aus ihrer Stadt verschwinden sehen wollen. Doch genauso gibt es mittlerweile Organisationen, die sich dafür einsetzen, dass wirklich jeder Mensch mit gutem Willen sich engagieren kann.

Als hervorragendes Beispiel lässt sich der „ Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V.“ nennen. Jeder Mensch hat Potential zu bieten, welches sich für die Verbesserung der Willkommenskultur einsetzen lässt. Das ist der Kernpunkt der Organisation.

Angebote sind:

- Deutschunterricht geben

- Das Begleiten zu Arzt- und Behördengängen

- PC-IT-Unterricht lehren

- Sonntagsausflüge gestalten

- Schulbuchspenden

- Kontaktvermittlung für Ausbildungsplätze oder Praktika

Außerdem kann man sich auch einfach zum Fußball spielen treffen, oder Gesellschaftsspiele mitbringen zu abgesprochenen Termin.

Es sind nur kleine Aktivitäten, ohne großen Aufwand, doch vielleicht haben sie für manche Menschen eine sehr große Bedeutung. Man muss nur seinen Stadtnamen in eine Suchmaschine eingeben, mit den Worten Unterstützen, oder Hilfe oder einfach beim zuständigen Landkreis anrufen und nachfragen. Mit ein klein wenig Engagement lässt sich einiges erreichen.

Foto:  Flickr.com - PM Cheung #Europäische Union