Es wird "gegendert"

Heute, mehr denn je, ist das Verlangen oder Bedürfnis nach weiblicher Gleichberechtigung gleichzeitig gefordert und umstritten. Einerseits wurde im Bereich der Wissenschaften und Bildung das sogenannte "gendern" mehr oder weniger erfolgreich durchgesetzt, als Beispiel wäre die überwiegend männliche Sprache zu nennen, welche der weiblichen gleichgestellt (Studierende statt Student) oder in seltenen Fällen durch sie ersetzt wird (man wird zu frau). Andererseits geht auch ein "gendern" im Alltag vor sich wenn man die Anzahl der alleinerziehenden Mütter beachtet, wobei es sich natürlich von selbst versteht, dass nicht jede dies aus freien Stücken gewählt hat. Fakt ist aber Fakt: viele Frauen sind und wollen nicht auf einen Mann zur Familiengründung angewiesen sein, insofern er bereitwillig seine Samenzellen spendet.

Die historischen Geschlechter

Frauen wurden in der Geschichte, und sind heute vor allem in Bereichen wie dem Arbeitslohn, im Vergleich zu Männern, benachteiligt. Dies ergibt sich möglicherweise aus der Ansicht, die Frau sei das "schwächere Geschlecht", ihre Arbeit kann nicht den gleichen Wert haben wie die eines Mannes, wobei dies wiederum in unserer Geschichte verwurzelt liegt.

Es fällt auf, dass der "historische" Mann eher wilde, fast animalische Aufgaben erledigte, die "historische" Frau hingegen eine prinzipiell ruhigere, eher sensiblere Rolle verkörperte, man kann fast von einer als Weise dienenden Funktion in der Gemeinschaft sprechen. Dazu zeigen sich heute Parallelen zum Beispiel an der Universität, wo geisteswissenschaftliche Studiengänge stärker von Frauen besucht werden als naturwissenschaftliche, an der Initiative "Frauen in Technik" die sich darum bemüht technische Berufsfelder vermehrt für Frauen interessanter zu machen sowie daran dass Firmen durch ihnen auferlegte "Frauenquoten" dazu finanziell geködert werden vermehrt Frauen einzustellen.

Das Vermächtnis der Steinzeit

Selbstverständlich haben wir uns seit der Steinzeit rasant weiterentwickelt, zwar nicht immer zwingend positiv und nicht überall auf der Welt in gleichem Tempo, aber im Allgemeinen muss man zugeben, dass sich vieles deutlich verbessert hat: das Beschaffen der Nahrung ist heute alles andere als gefährlich (wobei man nicht das gleiche von der Nahrung per se sagen kann); Kämpfe um den Schutz der eigenen Familie sind, zumindest leider nur in der sogenannten "westlichen Welt" nicht notwendig und auch der Nachwuchs hat, wie man an den sinkenden Geburtenraten (wiederum auf die "westliche Welt" bezogen, da dies nicht auf alle Länder zutrifft) gut erkennen kann, vieles von seiner ursprünglichen Bedeutung verloren.

Trotzdem geht das Lied "History repeating" nicht aus dem Kopf und es wird einem richtig unwohl bei dem Gedanken daran, unsere heutige Gesellschaft nur als überragend, fortschrittlich und demokratisch zu bezeichnen. Das soll nicht heißen, dass sich seit den vielen Tausenden von Jahren nichts verändert haben sollte, der technologische Fortschritt und die Digitalisierung haben vieles immens erleichtert und bieten viele neue Möglichkeiten der individuellen Entfaltung. Leider aber sind sie auch der Nährboden für viele neue Probleme und Hürden, die es gilt mit neuen aber manchmal auch bewährten alten Methoden zu bewältigen.

Der berühmte Mittelweg sollte hierbei das Ziel sein, er ist zwar oft eine Gratwanderung und deshalb relativ schwierig zu beschreiten, dennoch denke ich ist er es den Aufwand wert. In anderen Worten: "Jemensch" statt "jemand" ist der Norden unserer "Gleichberechtigungswelt" während Frau Martin Müller, die anonyme Frau ihres Ehemannes, den Süden abbildet. Im Zentrum der sich ständig wandelnden Welt sollte dabei immer das Individuum stehen, jeder ist anders!