Anonymous hat erneut seine Zweifel an den Theorien zum Absturz der Germanwings Maschine in den französischen Alpen bekräftigt. Damit steht das Internetkollektiv jedoch nicht alleine da. Auch wenn der Tatbestand eindeutig scheint, gibt es immer mehr Menschen, die sich Fragen, was am 24. März wirklich geschah, als Flug 4U 9525 in dem Département Alpes-de-Haute-Provence abstürzte. Das Flugzeugunglück der #Germanwings verdeutlicht eindeutig die immer größer werdende Kluft zwischen den traditionellen Medien und Menschen die diesen nicht mehr vertrauen. Auf der einen Seite die sogenannten Verschwörungstheoretiker und auf der anderen die sogenannte Lügenpresse.

Neben dem Internetnetzwerk Anonymous, finden sich auch auf Facebook zahlreiche Gruppen, welche die offiziellen Absturzursachen anzweifeln. Oftmals werden die Mitglieder dieser Gruppen als Verschwörungstheoretiker dargestellt, ohne dabei jedoch alle möglichen Absturzursachen genauer beleuchtet zu haben.

Es ist nicht abzustreiten, dass es sich bei dem Absturz des Germanwings Fluges 4U 9525 um einen Suizid gehandelt haben könnte. Doch besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit, dass es andere Gründe für die Tragödie des Germanwings Fluges 4U 9525 gegeben haben könnte. Mitglieder von Anonymous oder sonstigen Gruppierungen per se als Verschwörungstheoretiker abzustempeln, ohne deren Hintergründe genauer zu betrachten, ist jedoch genauso falsch, wie die Möglichkeit eines Suizides des Germanwings Co-Piloten Andreas L. zu verleugnen und die traditionellen Medien als Lügenpresse zu titulieren.

Im nachfolgenden sollen einmal die drei am häufigsten diskutierten Absturzursachen des Flugzeugunglücks vom 24 März in den südfranzösischen Alpen genauer beleuchtet werden.

Suizid als Auslöser der Katastrophe

Laut Aussagen der französischen Staatsanwaltschaft, welche auf den Auswertungen des Flugschreibers basieren, ist ein Suizid seitens des Co-Piloten die wahrscheinlichste Ursache für den Germanwings Absturz.

Der Sinkflug setzte kurz nachdem der Pilot des Fluges das Cockpit verlassen hatte und Andreas L. das Kommando des Fluges 4U 9525 übernommen hatte ein. Zudem soll der Co-Pilot den Piloten absichtlich daran gehindert haben wieder das Kommando zu übernehmen, indem Andreas L. anscheinend die Tür absichtlich verschlossen hielt. Darüber hinaus soll der Co-Pilot den Autopiloten absichtlich so umprogrammiert haben, dass die Germanwings auf 100 Fuß sank, wobei gleichzeitig die Geschwindigkeit immer weiter erhöht wurde.

Die Staatsanwaltschaft und mehrere Medien berichten, dass Andreas L. zu einem früheren Zeitpunkt aufgrund von Depressionen in Behandlung gewesen sei und am Tag des Unglückes krankgeschrieben war. Allerdings befand er sich schon seit längerer Zeit nicht mehr in Behandlung und es wurde weder ein Abschiedsbrief, noch ein Bekennerschreiben bei der Hausdurchsuchung seitens der Staatsanwaltschaft gefunden.

Vermehrte technische Defekte bei Germanwings

Auch wenn dem Co-Piloten eine schwere Erkrankung nachgewiesen werden konnte, bestätigen selbst die Ermittlerteams, dass ein technischer Defekt nicht gänzlich auszuschließen sei. Hierzu passt auch, dass seit dem Unglück von Flug 4U 9525, in Stuttgart und Venedig gleich zwei Maschinen von Germanwings notlanden mussten.

Anonymous geht von Fremdeinwirkung als Absturzursache aus

Das Netzwerk Anonymous hat am 6. April einige weitere Thesen veröffentlicht, die auf die Frage abzielen, ob die Germanwings Maschine durch Fremdeinwirkungen abgestürzt ist. Anonymous beruft sich auf Augenzeugenberichte, wonach sich drei französischen Kampfjets vom Typ Mirage 2000 unweit des Fluges 4U9525 aufhielten. Die drei Piloten seien jedoch bis heute noch nicht als Zeugen vernommen wurden.

Anonymous hat in einer früheren Mitteilung bereits die öffentlich zugänglichen Flugdaten analysiert. Dabei wird beschrieben, dass der Flug 4U 9525 anscheinend im Horizontalflug noch eine Linkskurve geflogen sei. Die Daten auf die sich Anonymous beruft, sind jedoch seit dem 30. März nicht mehr auf der Seite Flightradar24 abrufbar.

Laut Anonymous hätten sich in unmittelbarer Nähe des neuen Kurses Europas größter Stausee, sowie insgesamt 6 Atomkraftwerke befunden. Unter Anbetracht der Vermeidung einer größeren Katastrophe, wäre ein Abschuss der Maschine und eine von Anonymous beschriebene Störung des Radars, daher nicht gänzlich auszuschließen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die veröffentlichten Materialien darauf hinweisen, dass der Absturz der Germanwings Maschine 4U 9525 durch den Co-Piloten verursacht wurde. Allerdings bleibt bis zum Abschluss der Untersuchungen jede These ein Stückweit Spekulation. Daher wäre es empfehlenswert erst einmal alle verfügbaren Quellen auszuwerten und objektiv zu analysieren und sich im Anschluss ein eigenes Bild zu machen.

Bild: Lars de Jonge / flickr.com [CC BY-NC 2.0 #Flugzeugabsturz