Die Bekanntgabe ihrer Präsidentschaftskandidatur vollzog Hillary Rodham Clinton per youtube-Video, in dem der Querschnitt der amerikanischen Gesellschaft, vom Hispanoamerikaner, der den "american dream" träumt, über eine Kleinfamilie und eine Rentnerin bis hin zu einem homosexuellen Paar und sogar Hund und Katze, vertreten war. Gegen Ende des Clips zeigte sich dann auch die Kandidatin selbst und verkündete ihre Kandidatur und unterstrich dabei, sie wolle der Champion für das amerikanische Volk sein. Und betrachtet man ihren Lebenslauf, so zeigt sich durchaus ein Champion. First Lady, Senatorin, Außenministerin - keine andere amerikanische Politikerin hat mehr Erfahrungen in so vielen Positionen gesammelt, wie Hillary Clinton. Herausforderer in ihrer eigenen Partei gibt es kaum und so gilt sie bereits jetzt als sichere Kandidatin für die Demokraten im Rennen um die Nachfolge Barack Obamas. Fast zu sicher, um wahr zu sein. Schon bei ihrem letzten Versuch 2008, als sie sich erstmals für die Kandidatur bewarb, galt sie als sicherste Kandidatin, und doch wurde sie von einem damals eher unbekannten Senator aus Chicago geschlagen. Selbst wenn sie die demokratische Kandidatin im zukünftigen Wahlkampf wird, ist ihr Sieg alles andere als garantiert. Zum Einen ist auf Seite der Republikaner noch völlig offen, wer ihr die Stirn bieten wird und da zeichnen sich bereits politische Gegner ab, die es nicht zu unterschätzen gilt, wie etwa Rand Paul oder der Bruder von George W. Bush, Jeb Bush. Zum Anderen spricht das Wahlverhalten der Amerikaner dagegen, wechselten sich doch die beiden Großparteien in der Geschichte der Präsidentschaftswahlen, statistisch betrachtet, von Präsident zu Präsident beinahe ohne Ausnahme ab. Aber bis November 2016 bleibt viel Zeit um eine Ausnahme der Statistik zu werden und das wäre Hillary Clinton ohnehin, als erste weibliche Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika.

Hillary Clinton ist politisch sattelfest, sowohl innen- als auch außenpolitisch, und dennoch ist ihr Image nicht lupenrein. Bereits als First Lady mischte sie maßgeblich bei der Planung des Staatshaushaltes mit und im Amt der Außenministerin galt sie als härter als Barack Obama, vor allem im Bezug auf militärische Interventionen. Senatskollegen und politische Gegner beschreiben sie als undurchschaubar, als eine Person, die ein verschwörerisches und geheimnistuerisches Verhalten an den Tage lege. Was klingt wie die Charakterisierung von Frank Underwood, der Hauptfigur der Netflix-Serie House of Cards, ist alles andere als angedichtet, tatsächlich ringt Clinton seit Jahren um ein klares Profil, das in der Öffentlichkeit so wahrgenommen wird. Alles Probleme, die nicht unlösbar sind. Der kommende Wahlkampf wird zeigen, was Hillary Clinton seit ihrer Niederlage vor 7 Jahren dazugelernt hat.

Bildquelle: jan37k / pixelio.de