Den Tod des Fernsehkorrespondenten bestätigte inzwischen der Westdeutsche Rundfunk in Köln, auf Nachfrage. Er verstarb in Schwerin. Seit 1967 arbeitete Klaus Bednarz für die ARD. Der älteren Generation ist er als Auslandskorrespondent sicherlich noch bekannt. So berichtete er aus Polen, der damaligen Sowjetunion und war Experte für viele Länder in Osteuropa. Wegen letzterer Tätigkeit wurde er auch in der ehemaligen DDR von der Staatssicherheit bespitzelt.

Fast zwanzig Jahre lang verantwortete Klaus Bednarz das kritische Magazin "Monitor" in der ARD. Dabei hatten seine Anmoderationen einen gewissen "Kultstatus". Er sprach dabei immer den Zuschauer im sehr nahen Zoom an, beugte sich etwas nach vorn und verschränkte, wie man später einmal sehen konnte, die Arme auf dem Tisch. Es wirkte immer so, als ob Bednarz mit dem Zuschauer am Tisch sitzen würde und er dabei versucht, ein Thema verständlich zu erklären. Genau das machte ihn sehr beliebt und glaubwürdig. Von 1983 bis 2001 war er Moderator des Magazins "Monitor". Es wurde dann von der Journalistin Sonia Seymour Mikich weiter geführt, und seit 2012 von Georg Restle.

Bednarz' Berichte in der Sendung waren Ende der 80er Jahre nicht nur für Kohls Regierung unbequem, sondern auch während des Mauerfalls wegweisend. Bednarz legte penibel Wert darauf, dass intensiv recherchiert und der Finger stets in die Wunde gelegt wurde. Nicht wenige Politiker verweigern noch heute "Monitor" Interviews. Immer wieder gelang es dem Team des Magazins, brisante Themen zu finden. Auch in Sachen Satire erreichte das Magazin bis in den Bundestag Aufmerksamkeit. Eine besonders starke Aufmerksamkeit bekam eine "Lottozahlen-Satire", 1994, in der dem damaligen Bundesfinanzminister, Theo Waigel, eine Manipulation der Ergebnisse unterstellt wurde. Dies brachte den damaligen Kanzler, Helmut Kohl, im Bundestag dazu, sich über das Magazin aufzuregen, ja sogar den öffentlich rechtlichen Rundfunk in Frage zu stellen. Kohl hatte seine Magazine, die er nicht leiden konnte. Dazu gehörte ganz besonders Monitor.

Eine große Wirkung hatte ein Beitrag im Jahr 1987 über Würmer im Fisch. Da die Sendung unmittelbar nach einem Fußballspiel lief, hatte der Bericht ein Millionenpublikum erreicht und der Fischverkauf verzeichnete massive Einbußen. Pleiten und Entlassungen waren ebenso die Folge wie eine Gesetzesänderung zur Fischverarbeitung. Es war Bednarz' Arbeit.

Mit Klaus Bednarz verliert der deutsche Fernsehjournalismus einen wichtigen Menschen, der für Mut, intensive Recherche und ehrlicher Berichterstattung stand.
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