Cyberattacke gegen TV5 Monde

Wie der Cyber-Angriff auf den französischen Nachrichtensender TV5 Monde kürzlich zeigt, tobt im Internet ein Krieg ungeahnten Ausmaßes. Der Sendebetrieb wurde durch die Attacke stundenlang lahmgelegt und Senderintern spricht man von einem Angriff ungeahnten Ausmaßes. Die französische Kommunikationsministerin wird eine Krisensitzung aller großen Medienunternehmen einberufen, auf der Maßnahmen besprochen werden, wie sich die Unternehmen zukünftig besser vor Cyber-Attacken schützen können.

Anonymous gegen den Islamischen Staat

Einer der großen Mitspieler in diesem "Internetkrieg" ist das Hackerkollektiv Anonymous, beziehungsweise Teile des Kollektivs, die ihrerseits seit geraumer Zeit Angriffe gegen die Online-Präsenz der #ISIS ausführen. Das Kollektiv Anonymous, das an und für sich immer nur dann aktiv wird, wenn die Freiheit des Internets bedroht wird, scheint sich im Kampf gegen ISIS in der Mutter aller Schlachten zu befinden und anscheinend hat die Schlacht erst begonnen. Da es innerhalb des Kollektivs bestimmte Strömungen und durchaus unterschiedliche Meinungen bezüglich der Angriffe auf ISIS gibt, ist eine genaue Zuordnung nur sehr schwer möglich. Anonymous in die Rolle des "Retters" zu drängen wäre weit gefehlt, da es Anonymous einzig und alleine um die Netzfreiheit und nicht um die Begehrlichkeiten politischer Gruppen geht.

Kampf mit fraglichem Ausgang

Aber egal: Bereits jetzt werden, den jeweiligen Gruppen zugehörige Accounts vom jeweils anderen übernommen. Bestimmte Twitteraccounts übernehmen die Rolle der "Warrooms", über die Nachrichten und Aktionen gebündelt werden sollen. Ziel des Kollektivs dürfte der Angriff auf Facebook- und Twitterkonten sowie Webseiten von Extemistengruppen zu sein. Auch Twitter und Facebook sind in diesem Kampf nicht untätig. Etliche Accounts wurden schon übernommen, gestört oder gelöscht. Fraglich ist, ob das Zerstören von Accounts den erwünschten Erfolg herbeiführen wird, denn es ist nichts leichter, als einen neuen Account zu generieren. Weiters ist es fraglich, ob es schon gelungen ist, den Geldfluss zu stören. Auf jeden Fall scheint es dem Kollektiv gelungen zu sein das Rekrutieren der ISIS über Facebook, Twitter und Youtube ein wenig zu stören, was aber leider nur einen Tropfen auf den heißen Stein darstellt.

Foto: Ministerio TIC Colombia - CC-BY-2.0 - flickr.com #Terror