Neger, Zigeunerschnitzel, Mohrenkopf: Einige Leute erleben beim Hören dieser Wörter keinen "inneren Reichsparteitag", sondern gehen auf die Barrikaden. Ein Bündnis aus den üblichen Verdächtigen von Grünen bis SPD, von Antifa bis "Bunt statt Braun" versucht derzeit im gesamten Bundesgebiet die Verwendung dieser Bezeichnungen nach dem Vorbild der Sprachpolizei aus George Orwells "1984" aus ideologischen Gründen auszumerzen.

 Kinderbücher werden gegen den Willen der Autoren umgeschrieben

Nicht einmal vor Kinderbüchern wird Halt gemacht: So muss Pippi Langstrumpfs Negerkönig in der neuen Ausgabe "Südseekönig" heißen und in Ottfried Preußlers "Die kleine Hexe" wurde das Negerlein gestrichen. Dass Neger sich vom lateinischen Wort "nigrum" ableitet und nichts anderes als Schwarzer bedeutet und dass es in Deutschland einen Zentralverband der Zigeuner gibt, der die "politisch-korrekte" Bezeichnung "Sinti und Roma" als diskriminierend empfindet - sei`s drum. Für Argumente sind die vornehmlich gerade nicht farbigen Anti-#Rassismus-Krieger der Sprach-Gestapo längst nicht mehr empfänglich.

Mainzer Unternehmer wird systematisch fertig gemacht 

Richtig schlimm hat es nun einen erfolgreichen und eng mit der Stadtgeschichte verwurzelten Mainzer Unternehmer erwischt: Thomas Neger ist ebenso wie sein jedem Fasnachter bekannter Großvater selbstständiger Dachdeckermeister und soll nun den modernen Gang zum Canossa  beschreiten. Eine Gruppe von Studenten will im Logo seines Traditionsunternehmens nämlich "Rassismus" ausgemacht haben. An sich kein Problem: Niemand muss bei einem Unternehmen Kunde sein, dessen Bildsprache ihm nicht gefällt. Doch die Gruppe, als deren Sprecher sich insbesondere der "Rapper" David Häußer geriert, hat anderes im Sinn: Thomas Neger soll sein seit Jahrzehnten bestehendes und nicht nur am Firmensitz, sondern auch an sämtlichen Firmenfahrzeugen und Arbeitsbekleidungen angebrachtes Logo ändern - und zwar auf der Stelle. 

Wehe man malt einen Farbigen... 

Das - natürlich mit dem Nachnamen kokettierende - Logo zeigt einen Schwarz-Afrikaner in traditioneller Tracht. Die Darstellung der Realität - so wie sie war und ist - ist für die vor allem über Facebook organisierte Gruppe offensichtlich derart skandalös, dass eine regelrechte Kampagne gegen das Familienunternehmen geführt wird. Und die läuft völlig aus dem Ruder: Aufkleber mit dem Konterfei des Firmenchefs und der Bezeichnung "Rassist" finden sich vermehrt im Stadtgebiet, Demonstrationen werden durchgeführt und Schwarze, die bisher nie ein Problem mit dem Logo hatten, mit mäßigem Erfolg gegen Thomas Neger aufgehetzt.

Sprecher der Neger-Feinde ist für skurrile Aktionen bekannt

Für den Rapper David Häußer ist laut NTV-Interview das Ziel klar: "Das Logo soll geändert werden, das ist unsere Forderung. Wenn das passiert, ist alles gut". Doch die absurde Logo-Debatte ist längst nicht die erste, etwas verwirrt anmutende Aktion des Mainzer Studenten: Zusammen mit Freunden organisierte er auch eine Gegendemonstration zu "#PEGIDA" in Mainz - obwohl eine Veranstaltung von Pegida dort nie geplant war. Trotzdem sah Häußer Grund genug, ins Mikrophon zu grölen: "Fickt euch, ihr Nazis!". Auch an einer Hausbesetzung, um "Freiräume" für Linksextremismus in Mainz zu schaffen, nahm er teil. Die Kosten für den Polizeieinsatz zur Auflösung dieser Aktion beliefen sich auf über 100.000 Euro.

Der neuste Streich ist eine Strafanzeige gegen den lokalen Kreisvorsitzenden der "Jungen Union", Felix Leidecker, der wohl Häußers Adresse in einer Facebook-Gruppe postete, um den in seinen Augen für die geradezu absurde Hetzkampagne gegen Thomas Neger Verantwortlichen aus der Deckung der Anonymität zu holen. Die Adresse David Häußers ist derweil weiterhin auch öffentlich im Impressum der Website der "Refugees Solidarity Mainz" abrufbar.

Mainz steht hinter Thomas Neger

Thomas Neger will sich mittlerweile zu der Debatte gar nicht mehr äußern. Auf Facebook stellt er klar: Das Logo bleibt. Zu dieser Entscheidung dürfte ihn wohl auch die Solidarität von Hunderten mutigen Mainzern bewogen haben, die sich auf Facebook wie auch im echten Leben hinter ihn stellten. Von zugezogenen Studenten wollen sie sich weder ihre Sprache verbieten, noch ihre Fasnachtshelden durch den Schmutz ziehen lassen.