700 Webseiten gehackt und fast 70.000 Konten missbraucht

Wie die Onlineplattform hackread.com berichtet, wurden im Rahmen der Aktion "OpIsrael" 700 Webseiten gehackt, sowie tausende Daten der sozialen Netzwerke und Paypal missbraucht. Im Detail soll es sich um fast 50.000 E-Mailkonten und ca. 20.000 Konten handeln. Laut hackread.com wurden die Zahlen mit Hilfe von professionellen Data-Mining-Unternehmen eruiert. Daten der Gruppe "Elektronischer Holocaust" wurden in den sozialen Netzwerken noch nicht bekanntgegeben.

Die am meisten betroffen Webseiten waren laut hackread.com: Jerusalem Center for Public Affairs (JCPA), Die jüdische Gemeinde von China, Landrover Israel, Honda Israel, Technion Zentrum für Strukturbiologie und Technion Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. Es wird auch eingeräumt, dass nur Webseiten des privaten Bereiches unleserlich gemacht wurden während Regierungsstellen vorübergehend durch DDoS-Angriffe gestört waren.

Schäden hauptsächlich im privaten Sektor - Regierungsseiten nicht betroffen

Trotz dieser eindrucksvollen Zahlen stellt sich die Aktion, laut Benjamin T. Decker, Senior Intelligence Analyst in Israel gegenüber der Onlinezeitung "newsweek.com, als der schwächste Angriff auf israelische Einrichtungen seit den vergangenen 4 Jahren dar. Decker führt das unter anderem darauf zurück, dass die Möglichkeit, sich gegen Cyberattacken zu wehren, gewachsen ist. Außerdem betont Decker, dass es sich bei diesen Operationen nicht um die Gesamtheit des Kollektivs Anonymous, sondern nur um Anonymous-Gruppen des Nahen Ostens handelt.

Wie in newsweek.com berichtet, waren die meisten Webseiten innerhalb von 15 Minuten wieder online. Natürlich ist es fraglich, ob Israel schwerwiegende Schäden an relevanten Seiten oder den Verlust hochsensibler Daten öffentlich zugeben würde. Auch von Seiten des Kollektivs Anonymous wäre die Veröffentlichung eines taktisch wichtigen Datenlecks wenig wahrscheinlich. Aus diesem Grund sind die Angaben von beiden Seiten wahrscheinlich mit ein wenig Vorsicht zu genießen. Ob man die Cyber-Attacken des Kollektivs moralisch und rechtlich auch verurteilen mag, eines hat Anonymous auf jeden Fall geschafft, nämlich die Augen der Welt auf das Geschehen im Palästinakonflikt zu lenken.


Foto: liryon - CC BY SA-2.0 - flickr.com #Naher Osten