Angriff auf vermeintliche Al-Shabab Lager

Wie bereits von Präsident Kenyatta vorangekündigt führte die kenianische Luftwaffe in der Nacht von Sonntag auf Montag mehrere Vergeltungsschläge gegen die somalische Al-Shabab Miliz durch. Rache für den Anschlag auf die Universität von Garissa mit 148 Toten gilt als Hauptmotiv hinter der militärischen Operation.

2 Luftschläge, in der an Äthiopien und Kenia grenzenden somalischen Region Gedo, bei denen vermeintliche Lager und Waffendepots der Al-Shabab zerstört wurden, sind offiziell von Sprechern der kenianischen Luftstreitkräfte bestätigt worden.

Laut lokalen Medienvertretern sollen weitere Luftangriffe auf Ziele in Somalia in den nächsten Tagen folgen.

Region gilt als Reiseroute für Terroristen

Die Region Gedo, welche seit den 1980er Jahren einen eigenen administrativen Status als „Gobol“ (das somalische Pendant zu den deutschen Bundesländern) besitzt, gilt als Hauptreiseroute für nach Kenia einsickernde Al-Shabab Einheiten. Die Annahme, dass die #Terror-Organisation eine permanente Präsenz in der Region unterhält ist jedoch umstritten: laut einem britischen Nachrichtendienst wurden bei den kenianischen Angriff vor allem Zivilisten – eine Mutter und ihre 2 Kinder – verletzt und die lokale Infrastruktur beschädigt.

Kritik gegenüber Vorgehen von Kenia

Kritik über die Vorgehensweise der kenianischen Truppen wurde bereits nach ähnlichen Luftschlägen gegen die Miliz im Dezember 2014 laut: damals sollen 36 somalische Arbeiter, alle einfache Zivilisten, umgekommen und die Beweislage für eine Al-Shabab-Aktivität in der angegriffen Region sehr dünn gewesen sein.

Innerhalb Kenias werden die letzten Angriffe zum Teil als politischer Schachzug betrachtet.

So werden die schlechte militärische Aufklärung von Seiten Kenias und das fehlende Wissen über die Bewegungen der Al-Shabab in Somalia als „Beweise“ gegen einen professionell geplanten Luftangriff genannt. Nicht eine militärische, sondern eine primär politische Strategie, um das wütende und unter Schock stehende kenianische Volk zu beschwichtigen, soll hinter den letzten zwei Angriffen der Luftwaffe stehen.

Auch die Schließung eines der größten Flüchtlingslager Kenias, dem Lager „Dadaab“ in der Grenzregion zu Somalia, soll zur Dikussion stehen: obwohl Hilfsorganisationen auf die Notwendigkeit des von, vor allem, somalischen Flüchtligen beherbergten Lagers hinweisen, werden die Forderungen nach der endgültigen Auflösung immer schärfer. So wird gerade von Lokalpolitikern Stimmung für eine Abschaffung gemacht: mit der - als nicht bewiesen geltenden - Behauptung, das Lager diene als Rekrutierungsort für die Al-Shabab versuchen sie die Bevölkerung der Region gegen Dadaab zu mobilisieren.


Quellen:

BBC - Kenya bombs Somalia al-Shabab bases after Garissa attack

UNDOS – Report (PDF) 2006 Regional Report – Gedo Region

Bild: BBC – Image Data Base 2015: Public Domain Image