In sozialen Netzwerken macht derzeit eine Europa-Karte die Runde und sorgt für Zündstoff. Sie zeigt, wie die Beflaggung Europas aussähe, wenn es die Mehrheitsbevölkerung nicht gäbe. Die einzelnen europäischen Länder erhalten demnach jeweils die Flagge der größten Minderheit im Land.

Einige Überraschungen 

Während einige Ergebnisse längst bekannt sind, sind auch einige Überraschungen dabei. Deutlich wird schnell: Vor allem die Polen sind ein auswanderungsbegeistertes Volk! In Irland, Island, Norwegen und Litauen stellen unsere Nachbarn jeweils die größte nationale Minderheit. Auch in England gibt es eine große Gruppe polnischer Auswanderer, allerdings stehen dort die Inder als Teil des Commonwealth noch unangefochten an der Spitze.

Türken zieht es nach Zentraleuropa 

In Südeuropa bequem gemacht haben es sich hingegen vor allem die Rumänen. Mit Spanien und Italien stellen sie in zwei beliebten Urlaubsländern die jeweils größte Minderheit. Auch in Ungarn ist dies der Fall. Deutschland, Niederlande, Österreich und Dänemark sind hingegen fest in türkischer Hand und grenzen zudem noch aneinander, sodass in der Karte ein regelrechter zentraleuropäischer Türken-Block ins Auge fällt. Immerhin ist die deutsche Flagge auch vertreten: Im heute Polen zugerechneten Osten leben weiter zahlreiche Deutsche, sodass die polnische "Minderheiten-Flagge" an uns geht.

Im Osten sind andere Minderheiten stark

Im Osten dominieren hingegen russische Minderheiten, die im Baltikum (mit Ausnahme von Litauen), Weißrussland und der Ukraine ansässig sind. Im Balkan sind die nach dem Krieg zersprengten Serben die größte Minderheit. Reger Austausch findet anscheinend auch zwischen Albanien und Griechenland statt: Die beiden Länder entsenden jeweils die größte Minderheit in das jeweils andere. Dies erstaunt, grenzt Griechenland doch an die Türkei, deren Staatsangehörige es aber anscheinend eher nach Zentraleuropa zieht. Doch auch in Bulgarien ist eine, allerdings schon länger ansässige, türkische Minderheit vorhanden.

Freuen darf sich vor allem die Ukraine: Sie hat Russland "erobert" und stellt große Minderheiten in Tschechien und dem an die Ukraine angrenzenden Moldawien.

Aussagekraft fraglich

Wie genau die Karte ist, ist allerdings fraglich: Schließlich wurden nur die Staatsbürgerschaften, nicht aber die ethnische Zugehörigkeit beurteilt. Für die Kurden in der Türkei wurde hingegen eine Ausnahme gemacht. Liberale Einbürgerungsregelungen wie in Deutschland könnten zudem den Blick verzerren. Und über den relativen Anteil der jeweils größten Minderheit an der Gesamtbevölkerung, sagt die Karte natürlich auch nichts aus. 

Bildquelle: reddit.com, JimWillFixIt69, Open Content #Internet #PEGIDA