Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon bezeichnete am Donnerstag die Situation im Flüchtlingslager Jarmuk, ein hauptsächlich von Palästinensern bewohntes, knapp 2.1 km² großes Areal innerhalb der syrischen Stadt Damaskus, als "einem Todeslager gleichend".

Seit Anfang April 2015 gelten mindestens 90% der Gesamtfläche des Lagers, in dem bis zu 18.000 Menschen leben sollen, als unter der Kontrolle von IS-Einheiten (Islamischer Staat)  stehend. Aufgrund andauernder Kämpfe zwischen den Fraktionen der lokalen Hamas-treuen Palästinensermilizen, verbündete Einheiten der Musliminischen Bruderschaft und den Truppen des IS, soll es tagtäglich zu teils schweren Gefechten innerhalb und rund um das Lager kommen.

Augenzeugen berichten von Massenexekutionen und öffentlichen Dekapitationen (Enthauptungen) im IS-kontrollierten Lager. Durch Drohung und direkte Gewalt gegenüber den Lagerbewohnern soll der IS versuchen, die Palästinenser auf seine Seite zu ziehen. Auch über direkte Rekrutierungsversuche von jungen palästinensischen Männern, um weitere Kämpfer für die andauernden Gefechte in Syrien zu bekommen, wird berichtet.

Laut UN entwickelt sich die Lage in Jarmuk zu einer humanitären Katastrophe: extreme Wasserknappheit und Unterversorgung mit Nahrungsmitteln soll aufgrund der Gefechte und der Blockaden von Transportwegen bereits bestehen. Nur ein Bruchteil der benötigten Medikamente und der medizinischen Ausrüstung steht den wenigen Ärzten und medizinischen Personal im Inneren des Lagers zu Verfügung. Aufgrund von nicht fuktionierender Abwasser- und Abfallversorgungssysteme soll sich der Müll bereits zwischen den Trümern und mit Einschusslöchern übersäten Gebäuden auftürmen. Auch die Angst vor dem Ausbruch von Seuchen geht bereits um.

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Quellen:

Reuters - U.N. Security Council mulls how to help Syria's Yarmouk civilians

Mideast News - UN: Conditions in Refugee Camp in Damascus Are Inhumane

Bildquelle: mideasttime DOT com 2015 „Streets of Yarmouk“ #Terror