Er ist Senator in Kentucky, Sohn des Senators und mehrmaligen - wenn auch erfolglosen - Präsidentschaftskandidaten Ron Paul, bezeichnet sich selbst als christlich-konservativen Liberalisten und möchte Amerika ab 2016 verändern. Während Rand Paul in Europa eher unbekannt ist, wurde in den USA schon länger über einen möglichen Antritt spekuliert. Nun ist es seine Kandidatur, die zweite nach dem Texanischen Senator Ted Cruz, die im Republikanischen Lager aufgestellt wurde.

Den Aufstieg in der Politik hat der 52-jährige Augenarzt nicht zuletzt der erzkonservativen Tea-Party Bewegung zu verdanken. Um diese in den Vorwahlen von sich überzeugen zu können, spricht er sich in seinem Wahlprogramm nicht nur gegen die in den meisten Staaten gesetzlich erlaubte Abtreibung, sondern auch stark für den zweiten Zusatzartikel aus, der es jedem Amerikanischen Bürger gestattet Waffen zu tragen.

In Sachen Außenpolitik hat Rand Paul einen Schwenk innerhalb der letzten vier Jahre vollzogen: sprach er sich 2011 noch dafür aus die finanzielle Unterstützung für Israel einzufrieren oder gar zu kürzen, betont er nun die Fortführung der intensiven Beziehungen zwischen den beiden Staaten. Ein Staat Palästina, so Paul, sei nicht mit dem Geld der amerikanischen Steuerzahler zu errichten, solange die Palästinenser die Hamas unterstützen.

Wenig überraschend liegt Rand Pauls Fokus jedoch auf dem finanziellen Aspekt, wie bereits viele Republikaner vor ihm ist es eines seiner Ziele den Staat aus den privaten Haushalten zu verbannen, zum Beispiel durch die Abschaffung von "Obama-care" und diversen Steuern. Ein kleinerer, schlankerer Staat schwebt ihm vor, je kleiner die Ausgaben des Staates sind, desto größer könnten die Steuergeschenke sein, die er den Bürgern im Falle eines Sieges macht. Nicht nur die momentanen Finanzen sind Paul ein Dorn im Auge, sondern auch das Establishment, das er in Washington vermutet. So lautet ein weiterer Vorschlag in seinem Programm eine Wiederwahlsbeschränkung - wie sie schon für den Präsidenten selbst existiert - für Kongressmitglieder und Senatoren einzuführen, um zu verhindern, dass "hauptberufliche Politiker" den Kontakt zur Lebensrealität der Bürger verlieren. Ebenso reformiert wünscht Paul sich im Justizsystem: "nicht gewalttätigen" Ex-Sträflingen soll das passive Wahlrecht teilzunehmen wieder zugesprochen werden können. Als säumig bezeichnet Paul in seinem Wahlprogramm die Homeland-Security Abteilung. Eine große Bedrohung für die nationale Sicherheit stellt laut Paul illegale Einwanderung sowie die von Obama erteilte Amnestie für illegale Immigranten dar. In diesem Punkt decken sich seine Forderungen in etwa mit denen des texanischen Konkurrenten Ted Cruz, der sich mehrmals dafür ausgesprochen hat die Grenze gen Süden völlig abzuriegeln.

Ob sich Paul mit diesen Schwerpunkten jedoch gegen seinen momentan einzigen Gegner Ted Cruz durchsetzen kann, wird sich erst bei den Vorwahlen zeigen. #Wahlen