Der böse Russe kommt? Ohne Frage: Die Motorradgruppe "Nachtwölfe", sind bei ihrer Tour, zu Ehren der gefallenen Soldaten im zweiten Weltkrieg, umstritten. Sie gelten als radikal national und treue Putin-Anhänger. Auch der russische Präsident, #Wladimir Putin, schwärmt von Saldostanow und dem Club. Und auch in deutschen Medien wird häufig tendenziös hinterfragt, welche Gefahr von dem Dutzend russischer Rocker noch in diesen Tagen jetzt ausgehen wird. Die Antwort: Keine. Zunächst muss man den Bezug der Russen zu den Rockern wissen. Mit den Nachtwölfen verbinden die Russen dort keine Bandenkriminalität oder Schwerverbrecher. Sie sind schon Helden auf dem Schulhof, so wie unsere Kids eben Rihanna im Zimmer zu hängen haben.

Die Putin Rocker soll und darf man nicht verharmlosen, nur muss man den Hype einmal verständlich machen und sie vielleicht doch mal kennenlernen. Das Auswärtige Amt hat im nach hinein falsch reagiert. Als am vergangenen Wochenende die Nachtwölfe in Wien eintrafen, rannte man nicht in Angst vor ihnen auf die andere Straßenseite. Sie wurden von 500 Sympathisanten und ein Haufen Touristen empfangen. Jubelnd. Fotos mit Kindern, man durfte sie mal anfassen, die Russen genossen die Aufmerksamkeit. Auf den Autobahnen hupte man ihnen hinterher. In der Innenstadt Dauerhupen. Kritiker würden sie die Wölfe im Schafspelz nennen, für die Menschen in Europa scheinen die Biker bei ihrer Tour, eine magische Wirkung zu haben. Und genau das ist jetzt der Schlamassel für Deutschland. Verbieten? Geht nicht. Und Putin freuten die Bilder sehr, die der russische Nachrichtensender Russian Today dem Kreml und russischen Zuschauern am letzten Sonntag zeigen konnte.


Vielleicht wurde das alles auch überbewertet. Sind die 10 Russen auf ihren Maschinen wirklich so gefährlich? Senden sie ein falsches Signal, wenn sie in Treptow am sowjetischen Ehrenmal eintreffen werden? Viele Einwohner aus der ehemaligen DDR, haben noch Russisch als Pflichtfach gehabt. So auch in Treptow, dem ehemaligen DDR-Bezirk. Und wenn die Menschen dort auch die Sprache vergessen haben sollten, ein Wort können sie alle, jeder, der Russisch in der 5. Klasse hatte. Der Zungenbrecher schlechthin. Das sowjetische Ehrenmal ist ein "Dostoprimečatel'nost"! Das russische Wort für Sehenswürdigkeit. Und dort wollen die Rocker den gefallenen russischen Soldaten die Ehre erweisen. Viele Berliner werden schon aus Neugier mit dabei sein. Gerade aus den östlichen Bezirken, wie Marzahn, kommen junge russische Familien, die ebenfalls zu "ihren" Wölfen kommen werden. Gewonnen haben bei dieser fast verbotenen Tour in Sachen Image und PR ganz klar die Nachtwölfe und Putin. Das kann man gut finden oder nicht. In diesem Sinne sollten wir vielleicht wirklich der Befreiung des Krieges und den Opfern gedenken und den Russen mit einem Družba (Freundschaft) begegnen.

Fotos: nightwolves-ru.livejournal, Rossija Sewodnja