Prorussischer Seperatistenführer in der Ukraine nahe Lugansk getötet

Der Konflikt in der Ostukraine begann vor etwas mehr als einem Jahr und ist längst nicht beigelegt. Ein Waffenstillstand sollte die Gewalt zwischen der Ukrainischen Armee und den prorussischen Seperatisten eindämmen. Allerdings wird dieses Abkommen immer wieder gebrochen.

Heute wurde der prorussische Kommandeur Alexej Mosgowoj bei einem Anschlag getötet. In Altschewsk, einer Stadt westlich von Lugansk, soll Mosgowoj mit dem Auto unterwegs gewesen sein, als ein Sprengsatz explodierte und das Fahrzeug mit Maschinengewehren angegriffen wurde. Die Behörden der selbsternnanten Republik Lugansk erichteten von 6 weiteren Toten. Mosgowoj war der Kommandeur des berüchtigten Polizeibattalions Prizrak, welches in der Vergangenheit in diverse schwere Käpfe verwickelt war.

Die Fronten in der Ukraine sind verhärtet

Internationale Bemühungen den Konflikt zu beruhigen haben nur mäßigen Erfolg. Den Abzug schwerer Waffen kann nur bedingt von der OSZE kontrolliert werden, vor allem auf Seite der Seperatisten haben die Beobachter nur einen eingeschränkten bis keinen Zugang. Die Waffenruhe aus den Verhandungen in Minsk wurde mehrfach gebrochen, prominenteste Beispiele sind die Offensive der ukrainischen Armee um den Flughafen von Donzek und der Angriff seperatistischer Verbände auf den Bahnknoenpunkt Debalzewe, bei dem 260 ukrainische Soldaten als gefallen oder vermisst gemeldet wurden und 110 in prorussische Gefangenschaft gerieten.

Unter den Kämpfen leidet vor allem die lokale Bevölkerung. Raketenbeschuss von beiden Seiten zerstörte in den letzten Monaten etliche Häuser und forderte viele zivile Opfer. Die Angst vor der jeweils "anderen" Partei sitzt tief. Was geschehen mag wenn eine Seite die oberhand gewinnt und sich gegen ehemalige Sympathisanten der anderen Seite stellt verunsichert und verängstigt viele Teile der betroffenen Bevölkerung. Russigstämmige fühlen sich in den ukrainisch kontrollierten Gebieten nicht sicher und geschützt vor Übergriffen fanatischer Nationalisten. Im Gegenzug flohen viele Ukrainer aus den Seperatistenrepubliken. Die Angst ist nicht gänzlich unbegründet: Taten brutaler Kommandeure und Truppenteilen oder Milizen geraten immer wieder in die Öffentlichkeit. So etwa Arsenij Pawlow, Seperatistenführer, der mehrere Gefangene erschossen haben soll.

Ein Kräftemessen zwischen Russland und dem Westen

In der Vergangenheit warfen sich West und Ost immer wieder Argumente entgegen, warum die andere Seite den Konflikt befeuere, wer wen unterstützt oder nicht und wer letztendlich Verantwortlich ist für die schlimme Lage in der #Ukraine.  Russland erneuerte erst zuletzt die Reisewarnung für die USA. Amerika solle systematisch "Jagt" auf russische Bürger im Ausland machen. In den baltischen Staaten macht sich zur Zeit die Furcht vor einer russischen Invasion breit, die Armeen rüsten auf und beordern NATO-Soldaten zu ihren Stützpunkten. Von einer Verbesserung der internationalen Beziehungen zwischen Russland und dem Westen kann aktuell keine Rede sein. Es sieht eher danach aus als sei ein Abschrutschen in einen zweiten kalten #Krieg nicht nur noch ein Szenario für reine Endzeitpropheten.

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