Seit 2006 tobt in Mexiko der Konflikt zwischen den Drogenkartellen und der Regierung. Dabei stehen etwa 80.000 Soldaten und Sicherheitskräfte schätzungsweise 300.000 Mitgliedern der Kartelle und deren Milizen gegenüber. Bei dem innerstaatlichen #Krieg wurden bislang 70.000 Menschen getötet oder als vermisst gemeldet. Am Samstag kam es wieder zu einer bewaffneten Auseinandersetzung: Auf einer Farm im Westen Mexikos sind während eines stundenlangen Feuergefechts mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer sind größtenteils Anhänger des Kartells Jalisco Nueva Generación - auch ein Polizist wurde getötet.

Ein aussichtsloser Krieg?

Die Verluste von Mitgliedern können die Kartelle oft schnell ausgleichen, anders als die Behörden. Armut, die Aussicht auf schnelles Geld, oder der Druck durch Kartellangehörige bringt die Menschen dazu sich einer der verschiedenen kriminellen Vereinigungen in Mexiko anzuschließen. Probleme im Sozialsystem Mexikos sind also mit dafür verantwortlich, dass die Drogenbarone immer neue Rekruten für die gut bewaffneten Milizen finden.

Erfolge und Rückschläge der Regierung wechseln sich ständig ab. Korruption von Staatsbeamten, Ermordungen regierungstreuer Bürgermeister oder Aktivisten, wie den vor einigen Monaten getöteten Studenten, überschatten die Erfolge der Regierungstruppen.

Milliardenschwere kriminelle Unternehmen

Die Kartelle haben scheinbar endlose Einkommensquellen: Neben dem Drogenschmuggel und Handel mit Kokain und anderen Substanzen sind Schutzgelderpressungen ein lukratives Geschäft: Wahrscheinlich im Jahr 2007 von der Bande "Los Zetas" eingeführt, sind sie mittlerweile in vielen Orten Mexikos an der Tagesordnung. Durch das "erwirtschaftete" Geld können sich die Kartelle hochmoderne Waffen und sogenannte "Casas de Seguridad" leisten: Große Häuser oder Villen in meist reichen Gegenden, in denen Mitglieder Schutz vor den Behörden finden, Waffen und Drogen gelagert sowie Geiseln und Gefangene festgehalten und auch immer wieder exekutiert werden. Solche Schlupflöcher ausfindig zu machen, ist enorm schwierig für die Behörden, da die schiere Masse an solchen potenziellen Verstecken die Suche äußerst kompliziert macht und die Kartelle ihre Standorte bei geringster Gefahr wechseln.

Die Bevölkerung gibt nicht auf

Die Bedingungen sind hart, geradezu unmenschlich, die Gefahr kann hinter jeder Ecke lauern. Korrupte Polizeibeamte, gnadenlose Killer und Horden von Milizionären machen Jagd auf vermutliche Aktivisten. Doch die Bevölkerung gibt nicht auf: In Dörfern stellen die Bewohner eigene Sicherheitspatrouillen auf, Staatsanwälte und Richter versuchen die Ordnung auch in schwierigen Gebieten aufrecht zu erhalten, viele Menschen werden aktiv, sie wollen nicht länger Sklaven unermesslich reicher Gangsterbosse sein. Der Kampf ist schmerzhaft und langwierig, aber mit der Ablehnung der Bevölkerung in ganz Mexiko könnte auch die Macht der Kartelle schwinden. Dann wären die Herren des weißen Goldes in die Knie gezwungen.

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