Dass Twitter für Politiker eine sehr gefährliche Sache sein kann, ist allgemein bekannt. Quer durch alle Parteifarben und Parteigrenzen ziehen sich die verbalen Ausrutscher mit oft unangenehmen Folgen für alle Beteiligten.

Verbale Ausrutscher auf Twitter mit unangenehmen Folgen

Nicht wenige Politiker mussten schon ihren Hut nehmen oder wurden von ihrer Partei ausgeschlossen. Wie die "Huffington Post" berichtet, hat sich in Frankreich ein Bürgermeister nicht so ganz an die Parteidisziplin gehalten und seine politischen Mitstreiter mit der Forderung nach einem "Islamverbot" in ärgste Bedrängnis gebracht.

Nicolas Sarkozy und Nathalie Kosciusko-Morizet schockiert von "Islamverbot"

Sarkozy weist die "#Islam-Verbot-Vorschläge" eines Bürgermeisters zurück und die Stellvertreterin zeigt sich gar geschockt. Was ist passiert? Inmitten einer Twitter Diskussion, an der auch der Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und die stellvertretende Vorsitzende der UMP Nathalie Kosciusko-Morizet teilgenommen hat, fordert UMP-Bürgermeister Robert Chardon ein"Islamverbot".

Chardon fordert Änderung der französischen Verfassung

Genauer gesagt schrieb Chardon laut Angaben der "Huffington Post", dass Angehörige des muslimischen Glaubens an die Grenze gebracht und ausgewiesen werden sollen. Weiters fordert er in seinem Tweet eine Änderung der französischen Verfassung, die eine Trennung von Religion und Staat propagiert. Chardon zufolge soll diese Trennung wieder aufgehoben und der christliche Glaube verstärkt gefördert werden.

UMP will 2017 die Wahlen gewinnen

Die Aussage Chardons kommt für die UMP zur absoluten Unzeit, denn die Parteiverantwortlichen machen sich große Hoffnungen, bei den nächsten Wahlen, die 2017 stattfinden, als strahlende Sieger hervorzugehen. Ob sich diese Hoffnungen als berechtigt herausstellen werden, ist nach dieser Aussage zu bezweifeln. Dementsprechend scharf waren auch die Statements, um sich so rasch wie möglich von der Aussage Chardons zu distanzieren.

Forderung nach mehr Moscheen seitens Sarkozy und der UMP

Um dieser Aussage Paroli zu bieten, wurde Sarkozy in seinen Aussagen nicht müde, seine Forderungen für eine vermehrte Öffnung neuer Moscheen und die Gründung eines französischen Islamrates, herauszustreichen. Morizet ihrerseits, beeilte sich zu versichern, dass gegen Chardon ein Parteiausschlussverfahren in die Wege geleitet wurde. Grund für den Ausschluss sind absurde Forderungen die den UMP-Werten widersprechen.

Anschläge auf "Charlie Hebdo" haben Spannungen verschärft

Die Spannungen zwischen Teilen der französischen Bevölkerung und dem Islam haben sich seit den Anschlägen auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" massiv verschärft, was an der wachsenden Zahl der islamkritischen Proteste zu sehen ist. Genau in dieser spannungsgeladenen Zeit könnte eine solche Äußerung zu der sprichwörtlichen Lunte am Pulverfass werden.

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