Die alte Meldung – Der nordkoreanische Diktator sollte weitere Hinrichtungen angeordnet haben

In der vergangenen Woche berichteten diverse Nachrichtenmagazine über die vermeintliche grausame Hinrichtung von Kim Jong-uns Verteidigungsminister Hyon Yong Chol durch ein Flakfeuer. Grund für diese grausame Hinrichtung soll sein Einschlafen während einer Konferenz gewesen sein. Unstimmigkeiten zwischen Kim Jong-un und dem Politiker soll es in der Vergangenheit des Öfteren gegeben haben. In diesem Zusammenhang wurden auch die Spekulationen über die Vergiftung von Kims Tante durch ihren Neffen und das Verfüttern eines weiteren Onkels an seine Hunde in die Schlagzeilen zurückgeholt. All diese Meldungen untermauern das grausame Bild des nordkoreanischen Diktators in Deutschland und der Welt.

Meldungen über Hinrichtungen wurden zurückgezogen

Südkoreas Geheimdienst nahm die Meldung über die Hinrichtung von Kim Jong-uns Verteidigungsminister zurück. Laut neuesten Erkenntnissen sei er zwar entlassen, aber nicht ermordet worden. Allerdings sind auch diese Nachrichten noch nicht verifiziert. Die Geschichte des von Hunden zerfleischten Onkels wurden von der dpa ebenso vor langer Zeit zurückgenommen und als Satiremeldungen gekennzeichnet. Die Meldung der vergifteten Tante wurde auch nie verifiziert.

Nachrichten von den Vorgängen in Nordkorea werden meist durch den südkoreanischen Geheimdienst NIS bekannt, verbreitet durch südkoreanische Agenturen wie Yonhap. Nachrichtenagenturen wie AP, AFP, Reuters und dpa greifen solche Nachrichten auf und geben sie weiter an die vielen Zeitungen und Medienanstalten. Die Bild, der Focus, die Süddeutsche, der Stern, die Tagesschau und viele weitere veröffentlichten die Nachricht über die Hinrichtung des Verteidigungsministers ohne genauere Recherche der Hintergründe. Die New York Times und der Guardian, sowie die WELT stellten die Glaubwürdigkeit des Berichts schon früh in Frage und beriefen sich dabei Aussagen eines Vertreters des südkoreanischen Sejong Institute. Ebenfalls seltsam und fragwürdig ist, dass es äußerst wenige Nachrichten über die Nicht-Verifzierung bzw. Falschmeldung veröffentlicht wurden. Scheinbar haben die Medien bei Horrormeldungen aus Nordkorea nicht den Anspruch auf qualitativ hochwertig recherchierte Informationen und Nachrichten, es recht offensichtlich, wenn sie das bestehende Bild des diktatorisch regierten Staates bestätigen. 

Foto: Flickr.com - (stephan)  #Internet