Mehrere hundert Menschen allein aus Deutschland kämpfen in der Ukraine, in Syrien und auf anderen Schlachtfeldern dieser Erde für das in ihren Augen Richtige. Die meisten von ihnen sind auf Grund einer Migrationsgeschichte selbst mit den Konflikten verbunden. Sie haben Verwandte vor Ort und holen sich per Fernseh- oder Computerbildschirm die Konflikte direkt ins heimische Wohnzimmer. Irgendwann empfinden insbesondere junge Männer den Drang, in ihre Heimat aufzubrechen und "für das Gute" eine Lanze zu brechen: Sie kämpfen für die kurdische YPG, die kurdische Peshmerga, #ISIS, den Rechten Sektor in der Ukraine oder die Separatisten in der Ostukraine.

Wenn aus einem Dokumentarfilmer ein Soldat wird

Doch es gibt auch einige Kämpfer, die keine ethnokulturelle Verbindung zu den Konflikten haben: Einer von ihnen ist Matthew VanDyke. Der Journalist und Dokumentarfilmer reiste von 2007 bis 2011 durch Afrika und den Nahen Osten und blieb schließlich an den Konflikten, die diese Region seit Jahrzehnten erschüttern, hängen. Als Freunde aus Libyen ihm 2011 von den Bombenangriffen Gaddafis berichteten, wurde aus einem Journalist schließlich eine Art unbezahlter Söldner.

Erst in Libyen, dann in Syrien: VanDyke stiftete - wohl ungewollt - nur Chaos

Nach kurzer Zeit wurde VanDyke von Ghaddafis Truppen gefangen genommen und monatelang unter völkerrechtswidrigen Bedingungen festgehalten. Als Gaddafi schließlich geschlagen war und das Land im Chaos der Stammeskriege versank, wandte VanDyke sich dem syrischen Bürgerkrieg zu. Er unterstützte dort die FSA-Truppen durch eine Dokumentation über ihre Kämpfe gegen die Assad-Regierung. Lehren aus der Unterstützung der Rebellen im heute in Trümmern liegenden Lybien scheint er demnach nicht gezogen zu haben. In Syrien widerholte sich dann das Spiel: Statt aus Syrien über Nacht eine "bunte Demokratie" mit Christopher Street Day und Waldorfkindergarten zu machen, haben die Rebellen sich mehrheitlich der radikal-islamischen ISIS-Terrormiliz angeschlossen und legen den Nahen Osten in Schutt und Asche.

Sein neustes Projekt: "Sons of Libertas International"

Nun hat VanDyke sich entschieden, die Nineveh Plain Protection Units (NPU), eine assyrische Verteidigungsarmee, im Kampf gegen ISIS zu unterstützen. Dazu hat er die "Sons of Liberty International" Organisation* gegründet, die bereits 900 assyrische Militionäre militärisch ausgebildet hat. Insbesondere in den USA wurde über die Gründung dieser "Privatarmee" ausgiebig berichtet. Das erste Mal in der Geschichte soll es also eine per Crowdfunding finanzierte Armee mit der wohl reichsten Terrorgruppe aller Zeiten, ISIS, aufnehmen. Es scheint, als ob auch im Kriegswesen die Abkehr vom Nationalstaat in Mode käme. Dabei ist die wirklich rein defensive und dazu noch christlich orientierte NPU sicherlich die sympathischste Truppe, für die der Amerikaner bisher in die Bresche gesprungen ist. Doch noch ist das SOLI-Projekt in Gefahr: Nach US-Recht benötigt es eine Genehmigung für die Ausbildung ausländischer Kämpfer und auch die tasächliche Spendenbereitschaft ist noch unklar. Wer sich beteiligen will, findet auf der Homepage von Matthew VanDyke Gelegenheit dazu.

*In einer vorherigen Version des Artikels war die Organisation fälschlicherweise als "Sons of Libertas International" bezeichnet. Der richtige Name lautet: "Sons of Liberty International". Wir bitten unsere Leser, diesen Fehler zu entschuldigen. #Terror #Islam