Der Islamische Staat hat den irakischen Grenzposten Al-Walid eingenommen. Dieser kontrolliert die direkte Verbindung zwischen dem syrischen Damaskus und Bagdad im Irak. Der strategisch wichtige Gewinn ermöglicht es der Terrororganisation nun problemlos Waffen und Männer zwischen den zwei Ländern zu verschieben. Die irakischen Sicherheitskräfte zogen sich nach Militärangaben vor einem möglichen Gefecht zurück.

Auf syrischer Seite hat der IS den Grenzposten Tanef schon am Donnerstag erobert und zuvor die syrische Stadt Palmyra eingenommen, in der 50.000 Menschen leben. Laut Berichten des staatlichen Fernsehens haben die Terroristen in der antiken Oasenstadt mindestens 400 Menschen getötet. Auch Gebiete im Einflussbereich der Stadt Homs, die bei dem Aufstand gegen das Assad-Regime eine wichtige Rolle spielte, konnte der Islamische Staat besetzen. Damit fasst die Terrororganisation nach Rückschlägen gegen die Peschmergakämpfer der Kurden im Norden wieder mehr Fuß im Nahen Osten.

Die Angst vor der Zerstörung Palmyras

Wissenschaftler befürchten die Mitglieder des Islamischen Staats könnten in Palmyra eine ähnliche Verwüstung anrichten wie in der irakischen Stadt Hatra. Hier wurden Kulturschätze geplündert und zerstört, sowie die antiken Ruinen der Stadt gesprengt. Palmyra ist wie Hatra ein Teil des Unesco Kulturerbes, rund 2.000 Jahre alt und noch äußerst intakt. Der IS zerstört die Stätten aufgrund des Argumentes, sie seien Orte der (ehemaligen) Götzenanbetung.

In Syrien hat IS nun die Gebietshoheit

Nach der Eroberung Palmyras und des Grenzpostens Tanef kontrolliert der Islamische Staat nun etwa 50% der Syrischen Landesfläche. Zur Zeit umfasst dieses Gebiet zwar größtenteils nur Wüstenregionen, allerdings ist ein weiterer Vorstoß in Richtung Küste eine große Gefahr. Sollte sich der IS etwa einer Hafenstadt bemächtigen können, wäre die Versorgung mit Waffen und willigen Rekruten aus dem Ausland wesentlich leichter, als die bisherigen Schmuggelrouten durch die Türkei oder die Arabische Halbinsel.
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