Seit einigen Tagen hat Wien hetero- und homosexuelle Ampelpärchen und schon gibt es Zehntausende Fans im Netz.

Die originelle Idee verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Begeisterung ist so groß, dass Wien die Figuren dauerhaft ins Stadtbild integrieren möchte. Dem Beispiel von Wien folgt jetzt auch München.

Die Ampelpärchen sind bereits Fotomotive mit Kultstatus

An 50 Fußgängerampeln in Wien leuchten seit einer Woche schwule, lesbische und heterosexuelle Pärchen. Das Ziel der Stadt, mehr Aufmerksamkeit für die Ampelsignale zu erreichen, hat sie zweifellos damit erreicht, ja sogar noch mehr: Es ist ein regelrechter Hype entstanden. Kulturell tut sich in Wien neben dem Eurovision Songcontest Einiges, denn parallel findet der Lifeball statt, Europas größte Veranstaltung zu Gunsten HIV-Infizierter und Aidskranker, außerdem die Regenbogenparade als Signal für mehr Toleranz. In diesem Kontext kommen die Figuren auf den Ampeln besonders gut an.

Eigentlich war geplant, die Ampelsignale nach der Regenbogenparade wieder auf den alten Standard zurückzusetzen. Doch die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou entschied, die netten Gesellen und Gesellinnen dauerhaft ins Stadtbild zu integrieren. Grund dafür war der überwältigende Zuspruch, den die fröhlichen Pärchen erhielten. Zehntausende Facebook Fans weiß Vassilakou auf ihrer Seite und natürlich genießen die Motive auch unter homosexuellen Paaren besondere Akzeptanz. Für den Wientourismus insgesamt hat die Aktion sehr positive Auswirkungen.

Politischer Streit wegen Ampelmotiven?

Die FPÖ ist allerdings stinksauer und traktiert die Grünen-Politikerin mit ironischen Bemerkungen. Wegen der Ampelpärchen hat die FPÖ sogar eine Anzeige eingebracht, denn die Signale entsprächen nicht der Straßenverkehrsordnung. Rechtlich sei gegen die Ampelpärchen nichts einzuwenden, so Maria Vassilakou Auffassung. Hoffentlich wird diese Auseinandersetzung keine größeren Wellen schlagen. Schließlich strahlen die Ampelpärchen unglaublich viel Positives aus uns und zaubern Betrachtern fast immer ein Schmunzeln ins Gesicht. Warum, um Himmels willen, sollte man etwas dagegen haben? Eine Stadt, die sich anlässlich des ESC so weltoffen zeigt, sollte sich von reaktionären Kräften nicht beeindrucken lassen.

Denn unabhängig von den politischen Auseinandersetzungen ist die Begeisterung der Bevölkerung mittlerweile so groß, dass es bereits Fanartikel gibt. Schon kann man die ersten T-Shirts mit den sympathischen Motiven zum Selbstkostenpreis kaufen.

In Bayern machen die Wiener Ampelpärchen Schule

In München ist man von den Ampelpärchen hellauf begeistert. Die bayerische Landeshauptstadt hat daher beschlossen, am 11. Juli, rund um den Christopher Street Day, in München einige Ampeln mit lesbischen und schwulen Figuren zu installieren. Dieser Beschluss wurde sogar gegen die Stimmen der CSU am Dienstag im Kreisverwaltungsausschuss gefasst. Na siehste, geht doch!

Quelle: www.fr-online.de #Europäische Union #Marketing

Bild: ©Maria Vassilakou/facebook.com