Die ganz großen Probleme der Menschheit wiederholen sich und auch Zitate werden, oft unbewusst, wieder aus der Versenkung hervorgeholt. Die großartige Schauspielerin Meryl Streep ist 2011 ein ganz besonderes Wagnis eingegangen. Im Film „Die eiserne Lady“ hat sie eine ganz wesentliche Politikerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts dargestellt – Margaret Thatcher – auch liebevoll „Maggie“ genannt. Damit ging sie ein doppeltes Wagnis ein. Unwillkürlich würde ihre Darstellung an jener von Helen Mirren gemessen werden, die 2006 die Queen großartig verkörpert hat. Margaret Thatcher hat als Politikerin zudem extrem polarisiert. Das Wagnis hat sich gelohnt – Meryl Streep hat Margaret Thatcher als Mensch ähnlich vielschichtig dargestellt, wie Mirren die Queen. Am 17. Juni ist der Film „Die eiserne Lady“ um 20:15 Uhr auf Sky Emotion zu sehen.

Falklandkrieg als "Hilfe zur Wiederwahl"

Thatcher hatte nach ihrem Amtantritt 1979 in Folge nur sehr schlechte Aussichten wiedergewählt zu werden. Im sogenannten Falklandkrieg, einem Konflikt mit Argentinien wegen einiger fast unbewohnter Inseln, schlug sie heftig die Kriegstrommeln und gewann die Unterhauswahhlen 1983 mit einem historischen Wahlergebnis. 1984 verübte die IRA während des Parteitags einen Bombenanschlag mit dem Ziel, Thatcher zu töten. Thatcher und ihr Mann überlebten unter glücklichen Umständen, fünf Tote waren zu beklagen. Thatcher hielt am nächsten Tag programmgemäß ihre Rede. Thatcher stand auch für eine rigorose Deregulierung des Finanzwesens. Das Zitat „Es gibt keine Alternative“ wurde von ihr in Bezug auf die Inflationsbekämpfung verwendet. Nach der größten Finanzkrise der Geschichte ist eher eine zu geringe Inflation das Problem, das Zitat „Es gibt keine Alternative“ wurde aber wieder verwendet – allerdings im Sinne der Bankenrettung.

Thatcher privat

Der Film „Die eiserne Lady“ zeigt Margaret Thatcher zunächst in ihren letzten Lebensjahren. Eine alte Frau, verwirrt und vergesslich, die ihren Gedanken an früher nachhängt – vor allem ihrem 2003 verstorbenen Ehemann Denis. Langsam erscheinen wichtige Episoden ihres Lebens im Vordergrund der Handlung. Ihr mühsamer politischer Aufstieg, ihre nicht zuvorkommende Art, ihr zum Teil schwieriger Umgang mit den Mitmenschen. Ein Affront gegen ihren dienstältesten Minister Geoffrey Howe kostet ihr am Ende auch den Parteivorsitz. Die „Eiserne Lady“ hat den Bogen überspannt. Margaret Thatcher hat politisch polarisiert, ähnlich wie Roland Reagan. 2000 und 2001 erlitt sie mehrere Schlaganfälle, eine Rede von Thatcher bei der Trauerfeier für Ronald Reagan wurde per Video eingespielt, da sie diese live nicht mehr halten konnte. Rückblickend veränderte sich die Beurteilung der Politik von Margret Thatcher grundlegend. Es gab auch zu ihrer Zeit wirtschaftliche Probleme, allerdings erscheinen diese zu jenen der letzten Jahre als Lappalie. Thatcher war auch ein erklärter Gegner eines europäischen Superstaates, ihr Verhältnis zu Deutschland höchst verkrampft. Sie beurteilte Deutschland aus der Sicht des Jahres 1942 – für sie hatte sich da zwischenzeitlich nichts Wesentliches geändert.

Foto: R4vl, flickr.com





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