#Barack Obama wie man ihn kennt: Betont lässig und immer etwas abseits der Etikette. Mit ausgebreiteten Armen sitzt er auf einer Holzbank da und lauscht den Ausführungen Angela Merkels. Diese hat ebenfalls die Arme zu einer unterstreichenden Geste weit geöffnet. Und so steht sie da vor dem US-Präsidenten. In schwierigen Zeiten, mit entschlossenem Blick in ihrem strahlend corallfarbenem Blazer.

Die sozialen Netze reagieren in Echtzeit

Das Foto wurde offensichtlich von dpa-Fotograf Michael Kappeler am Rande des G7 Gipfels aufgenommen und verbreitet sich in Windeseile via Twitter, Facebook & Co. Damit nicht genug, werden süffisant Über- und Unterschriften im Stile eines typischen Internet-Memes hinzugefügt. Von amüsanten Anspielungen ("Eh Macarena" oder "Ich bin noch soooo lang Kanzlerin!") bis hin zu beißendem Spott ("Merkels Helfer", "Das G36 hat ungefähr diese Reichweite") ist alles vertreten.

Das Internet-Phänomen Memes 

Sogenannte Memes sind oftmals Bilder aus dem popkulturellen Zeitgeschehen oder aus einem politischen Kontext gerissen und mit einer Aussage versehen, die durch den Gesichtsausdruck und der Gestik der abgebildeten Person unterstrichen wird. Selbst einfache Strichmännchen haben es als Memes bereits zu einer großen Bekanntheit gebracht. Ein stilisierter Barack Obama mit anerkennenden Blick und heruntergezogenen Mundwinkeln steht bei Liebhabern dieses humoristisch, satiririschen Stilmittels schon länger hoch im Kurs.

Inszenierte PR-Aktionen können schnell nach hinten los gehen

In Zeiten des Internets haben Konsumenten von Nachrichten und Bildern die Möglichkeit umgehend auf Neuigkeiten zu reagieren. Wirken von offizieller Seite abgesegnete Pressebilder allzu inszeniert, lassen Häme und Spott, gerade durch soziale Netzwerke verbreitet, nicht lange auf sich warten. Weltweite Aufmerksamkeit hatten Merkel und Obama dank des inszenierten Weißwurstfrühstücks im Vorfeld des G7 Gipfels sicher. Geschürt durch diese gestellte Idylle ist das aktuelle Foto der zwei Spitzenpolitiker ein gefundenes Fressen für die Netzgemeinde.

Fotos: Tobias Tengler-Boehm (Screenshots)  #Angela Merkel