Die "Münchner Sicherheitskonferenz" in der bayerischen Hauptstadt stellt so eine Art vorgezogenen Karneval der Kriegstreiber aus NATO und ihren befreundeten Staaten dar. Dort darf jeder nach Herzenslust seine Kriegslust ausleben. Bayerische Politiker sind stolz darauf, nicht nur viel Alkohol zu trinken, sondern auch Klartext zu reden. Was dabei raus kommt, ist im nüchternen Zustand für vorwiegend rational denkende Menschen nur schwer zu ertragen. Insofern ist es nur folgerichtig, dass diese alljährliche Zusammenrottung von offen oder weniger offen agierenden Waffen- und Rüstungslobbyisten in München stattfindet. Besonders viele fragwürdige Politiker gibt es bekanntlich in den USA. Einer von ihnen tat sich auf der Sicherheitskonferenz besonders hervor - der republikanische Senator von Arizona, John McCain. Was dieser Mann so von sich gibt, ist ohne einen Blick in dessen Vita noch schwerer zu verstehen. Der Mann wurde - so steht es zumindest in Wikipedia - am 29. August 1936 auf der US-Militärbasis Coco Solo in der Panamazone geboren. Also in einer wahrscheinlich nicht sonderlich kinderfreundlichen Umgebung. Als junger Mann von 31 Jahren nahm er am Vietnam Krieg teil. Am 26. Oktober 1967 wurde er während eines Angriffs auf ein Wasserkraftwerk bei Hanoi abgeschossen und geriet in nordvietnamesische Gefangenschaft. Beim Abschuss seiner Maschine wurde McCain schwer verwundet. Er brach sich beide Arme und erlitt weitere Verletzungen, als er aus dem Flugzeug geschleudert wurde. Im Gefangenenlager Hanoi Hilton wurde McCain seinen Schilderungen zufolge gefoltert. Er blieb auch als Politiker im Kopf ein Militär. So verteidigte er den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA gegen Irak und wurde von Phillip Butler in der Wochenzeitschrift "Freitag" mit dem Satz zitiert: "Wir könnten noch 100 Jahre dort bleiben." So verwundert es nicht weiter, wenn er nun, am Rande dieser "Münchener Sicherheitskonferenz" gegenüber der "Bild"-Zeitung die Friedensbemühungen der Kanzlerin verteufelt und sagte "Wenn die Kanzlerin sagt, dass wir den Ukrainern unter keinen Umständen Waffen liefern sollten, damit sie sich verteidigen können und nicht abgeschlachtet werden, dann liegt sie damit schrecklich falsch und ich bin völlig anderer Meinung als sie." Ja das mag sein, dass John McCain anderer Meinung ist als Angela Merkel. Wir können nur froh sein, dass dieser Mann derzeit nicht die USA regiert. #Europäische Union

In der Ukraine mag es Leuten wie McCain um Öl, Gast und Macht gehen, aber bestimmt nicht um Menschenrechte. Es ist erstaunlich und erschreckend, wie sich die Europäer, insbesondere die EU von den USA in immer neue Konflikte in und um die Ukraine hinein ziehen lassen. Die EU lässt sich so gegen ihre eigenen Wirtschaftsinteressen instrumentalisieren. Russland ist der größte Nachbar und natürlicher Partner der EU. Es ist gut und richtig, dass Frankreichs Präsident François Hollande und Dr. Angela Merkel es weiterhin mit Diplomatie versuchen.