Letzten Samstag um 0:45 wurde es für zwei junge Nachtschwärmerinnen in Oberhausen mehr als brenzlig: Am Hauptbahnhof mussten sie sexuelle Avancen von zwei völlig betrunkenen Männern über sich ergehen lassen. Die beiden Frauen gingen nicht darauf ein, doch im Bus eskalierte die Situation völlig.

Grabschen im Bus

Die Betrunkenen, die beide nur gesprochenes Deutsch sprachen, fassten die beiden Frauen an, schrien auf sie ein. Ein männlicher Fahrgast schreitet zumindest verbal ein, ruft den Aggressoren zu, sie sollen die Frauen gefälligst in Ruhe lassen. Die Männer wenden sich daraufhin mit ihren Ausfälligkeiten auch gegen ihn.

Mirko Prinz: Held der Zivilcourage

Mirko Prinz arbeitet als Servicekraft und hatte gerade Feierabend. Er befand sich ebenfalls im Bus und entschied: So geht es nicht. Der 27 Jahre alte Mann stellte sich vor die Frauen und empfing von den Männern prompt einen Faustschlag. Mirko Prinz blieb trotzdem standhaft und schützte die Frauen bis zur nächsten Haltestelle. Dort warf er einen der Angreifer aus dem Bus. In diesem Moment spürte er das, was er später gegenüber der WAZ als ein Gefühl wie bei drei Faustschlägen in den Rücken beschreiben sollte. Der zweite Angreifer, jetzt ebenfalls außerhalb des Busses, hatte ihn feige von hinten angegriffen.

Bierflaschenwürfe und Blut

Die beiden Delinquenten bewarfen nun den vollbesetzten Bus mit Bierflaschen, während Mirko Prinz das Blut an seinem Rücken bemerkte: Der feige Angreifer von Rücklings hatte ihm ein Messer in den Körper gerammt, aus Schock hatte er den Schmerz bisher nicht gespürt. Der Busfahrer rief daraufhin Rettungswagen und Polizei.

Der Mangel an Zivilcourage ist eine Schade

Eine Schande ist, dass im vollbesetzten Bus bis auf Prinz und den anderen Mann alle Insassen - darunter auch 15 junge Männer - gänzlich passiv blieben. Nicht einmal die Polizei wurde verständigt. Eine fragmentierte, im Individuum vereinzelte Gesellschaft, in der jeder nur an seinem persönlichen Wohlergehen interessiert ist, kann ein trauriger, hilfloser Ort sein.

Näheres zu den Tätern nicht bekannt

Ein Mitarbeiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberhausen gab gegenüber Blasting News übrigens an, grundsätzlich keine Informationen zur Staatsangehörigkeit von Tatverdächtigen mitzuteilen. Dies könnte sonst als Angriff auf ethnische Minderheiten gewertet werden. Alter und eventuelle Vorstrafen sind ebenfalls nicht bekannt. #PEGIDA