Sie nennen sich Reuters, dpa oder AP und sind die heimlichen Entscheider, was wir an Informationen erfahren und was uns verborgen bleibt: Längst wird in Deutschland über die Medienlandschaft kritisch diskutiert, aber die großen Nachrichtenagenturen verbleiben meist im Hintergrund.

Nachrichtenagenturen suchen aus, was wir serviert bekommen

Doch über was Welt, Spiegel, Tagesschau und Co berichten, entscheiden in den überwiegenden Fällen die Nachrichtenagenturen, die Informationen aus aller Welt an Medienkonzerne verkaufen. Untersuchungen zeigen, dass letztere die Meldungen oftmals völlig unkritisch, regelmäßig sogar wortwörtlich übernehmen. Kostspielige Redaktionen, Recherchen und womöglich Auslandskorrespondenten können sich die ohnehin finanziell klammen Zeitungen gar nicht mehr leisten. Und so kommt es, dass sich Fehler von Nachrichtenagenturen über Medienkonzerne weiterverbreiten und Millionen von Menschen erreichen.

Beispiel Tesla-Aktie

Jüngstes Beispiel: Die Elektroauto-Firma Tesla veröffentlichte am 1. April eine Pressemitteilung, in der sie offenkundig scherzhaft ein "Model W" - eine Armbanduhr - ankündigte. Der Reuters-Korrespondent las die Meldung nicht richtig und schickte die Meldung "Neues Tesla Modell W angekündigt" um die Welt. Börsenprogramme verarbeiteten die Meldung, kauften Tesla-Aktien, tausende Privatanleger taten ähnliches und bald war das angebliche neue Modell in aller Munde - bis ein Journalist, der den Namen auch verdient hat, die Originalmeldung las und den Irrtum aufdeckte. Bis dahin war die milliardenschwere Tesla-Aktie bereits um 0,75 Prozent gestiegen.

Wenn aus Kritik pauschal "Fremdenfeindlichkeit" wird

Diesen enormen Einfluss kann man natürlich auch politisch missbrauchen: Sven Gösmann, dpa-Chefredakteur, kündigte nun vor kurzem an, in dpa-Meldungen nicht mehr die Begriffe "Asylgegner" und "Aslykritik" zu verwenden, sondern stattdessen pauschal von "Fremdenfeinden" und "Fremdenfeindlichkeit" zu schreiben. Man wird davon ausgehen dürfen, dass sich der neue Sprachgebrauch nahtlos in den Medien fortsetzen wird. Dies sei die Verantwortung der "Meinungsbildenden" (sic!) angesichts brennender Asylantenheime. Apropos Asylanten: Auch dieser Begriff, in den 90er Jahren noch Gang und Gäbe, wurde von den Medienschaffenden still und heimlich auf dem Altar der Political Correctness geopfert. Google News weißt für "Asylant" nur noch 5500 Ergebnisse, für "Asylbewerber" hingegen 105.000 und für "Flüchtling" 263.000 Ergebnisse auf. Auch, dass aus dem Arbeitsamt das "Jobcenter" und aus Arbeitslosen dort "Kunden" wurden, zeigt, wie geschickt Medien und Politik versuchen, mit Sprache zu manipulieren. Dieses Phänomen ist ausgezeichnet in George Orwells Welt-Bestseller "1984" beschrieben. #PEGIDA