Die letzten Wochen bestimmten die Eurokrise um Griechenland und der Bürgerkrieg in der Ukraine die Schlagzeilen der internationalen Medien. Immer wieder auch war von #ISIS zu lesen, meist aber in einem internationalen Konfliktzusammenhang.

Man hörte kaum noch von Syrien

Still geworden ist es hingegen um den Bürgerkrieg in Syrien, der vor wenigen Jahren noch der Dauerbrenner internationaler Berichterstattung gewesen ist. Heute ist klar: Einen schnellen "regime change", wie von den USA gefordert, hat es nicht gegeben. Das Land versinkt im Chaos, löst gigantische Flüchtlingsströme aus und ist Brutstätte islamistischer Terrorvereinigungen.

Eine neue Dynamik

Nachdem nun auch der Ukraine-Konflikt in einer - insbesondere für die Zivilbevölkerung schlimmen - Patt-Situation angelangt ist, entwickelt sich in Syrien urplötzlich eine neue Dynamik. Anfang August gaben die USA nämlich bekannt, dass ab sofort  die - bisher nur wenige hundert - US-treuen und von den USA ausgebildeten Rebellen auch gegen Luftschläge der Assad-Regierung "verteidigt" werden würden. Bisher hatten die USA auf eine mögliche direkte militärische Konfrontation mit Syrien verzichtet und stattdessen Waffen geliefert und Rebellen ausgebildet, die sich heute fast vollständig der Hand der Islamisten der Al Nusra Front und von ISIS befinden.

Russland will ebenfalls direkt eingreifen

Prompt reagierte der russische Außenminister Lawrow und forderte ein Ende der Einmischung fremder Nationen in den syrischen Bürgerkrieg. Damit dürfte weniger der Einsatz gegen den Islamischen Staat gemeint sein, der jüngst auch mit einem Einmarsch in Russland drohte, sondern vor allem die Förderung von vermeintlich gemäßigten Rebellen und Aufständischen durch westliche Nationen, die den Islamisten überhaupt erst ihren Siegeszug ermöglichte. Russische Militärs, die in der Vergangenheit auch einen "#Krieg in Europa" ankündigten und deren Sprache in Zusammenhang mit den Konflikten mit dem Westen an Kriegslüsternheit selbst von amerikanischen "Falken" wie John McCain kaum zu überbieten war, kündigten hingegen offen ein Einschreiten Russlands an der Seite von Bashar Al-Assad an. Es stünden russische Luftlandetruppen für einen Einsatz im Land des langjährigen Verbündeten bereit, so Generaloberst Wladimir Schamanow laut "RT Deutsch".

Die Zivilbevölkerung ist der Leidtragende

Damit bestünde in Zukunft in einem weiteren Land neben der Ukraine die Möglichkeit einer direkten militärischen Konfrontation zwischen amerikanischen und russischen Truppen. Die weltpolitische Situation ähnelt damit immer mehr der des Kalten Krieges. Mindestens aber dürfte der Syrien-Konflikt an Schärfe gewinnen und zu einem Stellvertreterkrieg zwischen den beiden Weltmächten werden. Wie in der Ukraine dürfte der Leidtragenden die gegeneinander von beiden Seiten aufgehetzte und bombardierte Zivilbevölkerung sein. #Naher Osten