Das Schicksal des jungen Demonstranten Ali al-Nimr in Saudi-Arabien erschüttert die Welt. Laut einem Gerichtsurteil soll Nimr geköpft und anschließend gekreuzigt werden. Ein Einspruch wurde abgewiesen. Jetzt kann ihn nur mehr nach ein Gnadenakt des saudischen Königs vor dem Tod retten. Um auf das Schicksal von Ali al-Nimr aufmerksam zu machen und den Druck auf die saudische Regierung zu erhöhen, hat das Kollektiv Anonymous, Angaben von „rt.com“ zufolge, die #OpNimr ins Leben gerufen. Im Zuge dieser Operation sollen saudische Webseiten angegriffen und zum „Absturz“ gebracht werden.

Hackerkollektiv Anonymous hält Al-Nimr für unschuldig.

Al-Nimr war erst 17 Jahre alt, als er im Februar 2012 im Zuge der Proteste des „Arabischen Frühlings“ festgenommen wurde. Wie auf „kurier.at“ zu lesen, wurde Nimr beschuldigt, Mitglied einer kriminellen Gruppierung zu sein. Außerdem soll er die Polizei angegriffen haben. Laut UN-Experten soll Nimr durch Folter zu Geständnis gezwungen worden sein. Besonders tragisch, weil Berichten zufolge, Nimr selbst kein Aktivist war, sondern nur an einer Demonstration teilgenommen hat. Es gibt auch Gerüchte, dass es sich bei dieser Aktion um einen politischen „Racheakt“ handeln könnte, da Nimr der Neffe eines schiitischen Geistlichen ist.

Nach Meinung des Kollektivs Anonymous waren Großbritannien und die Vereinten Nationen zu inaktiv

Der Tod durch Kreuzigung mutet besonders barbarisch an, denn der Verurteilte wird geköpft und dann, samt angenähtem Kopf am Kreuz öffentlich zur Schau gestellt. Das Todesurteil kann jederzeit vollstreckt werden. Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat bekräftigt, nicht tatenlos bei der Hinrichtung eines Unschuldigen zuzusehen und kritisiert die geheime Berufungsverhandlung. Auch Großbritannien und die Vereinten Nationen haben, laut Meinung des Kollektivs Anonymous, zu wenig getan, um Al-Nimr wirklich beizustehen.

Erste Webseiten wurden von Anonymous bereits angegriffen

Im Zuge der #OpNimr soll durch Angriffe auf Webseiten der saudischen Regierung auf den Protest aufmerksam gemacht werden. Zu den Zielen gehören unter anderem das saudische Justizministerium, das Ministerium für den öffentlichen Dienst und der militärische Sicherheitsbereich. Auch zivile Ziele, wie zum Beispiel die „Saudi Airlines“ wurden als Angriffsziele auserkoren. Die komplette Liste der Angriffsziele wurde von Anonymous auf „Pastebin.com“ veröffentlicht. Dass Anonymous zurzeit sehr aktiv ist, zeigt auch die Aktion „Schwarzer Oktober“, die sich gegen Banken richtet. Auch das Gerücht, Anonymous wolle Unterwäsche mit ISIS-Emblem im Internet verkaufen, sorgte für einigen Gesprächsstoff.

Foto: David Shankbone – CC-BY 2.0 –flickr.com #Europäische Union