Es sind berührende Szenen, die die Kollegen vom Bayerischen Rundfunk (BR) in Film und Bild einfangen und wir euch nicht vorenthalten möchten. Vor dem Bahnhof liegt ein kleiner Junge, völlig erschöpft von der Flucht. Er weint leise. Hoffentlich vor Freude und weil sein Papa ihm sagt, dass jetzt alles gut wird. Das Kind und die Familie sind endlich in Sicherheit. Der Vater küsst seinen Jungen sanft, der von den Erlebnissen im Heimatland schwer traumatisiert ist. Es sind Szenen, die berühren. Andere Bilder zeigen ein so offenes Bayern. München hat soviel Herz, begrüßt die Kinder mit Spielsachen, mit Jubel. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach von einer unglaublichen Resonanz.

München ist an seinen Grenzen und ruft um Hilfe

"Am Samstag und am Sonntag bis 18.30 Uhr trafen am Münchner Hauptbahnhof zusammen rund 15 500 Schutzsuchende ein", sagte Simone Hilgers, Sprecherin der Bezirksregierung im Bayerischen Rundfunk. In der Nacht zum Montag kam ein weiterer Zug mit etwa 2200 Flüchtlingen an. Tausende werden in den nächsten Tagen erwartet. Inzwischen ein Problem für die Behörden. "Lasst München nicht alleine", heißt es in einem Appell vom oberbayerischen Regierungspräsident, Christoph Hillenbrand und aus dem Münchner Kreisverwaltungsamt an die Bundesregierung. Die Grenze sei trotz der vielen Helfer und Unterstützung der Polizei erreicht. Das Bundesinnenministerium solle nun die Verteilung der Flüchtlinge auf die deutschen Bundesländer übernehmen.

Deutsche Bahn tut sich schwer mit Sonderzüge

Was einfach klingt, scheitert nämlich an einfachen logistischen Problemen. So soll es Schwierigkeiten geben, ausreichend Busse für die Flüchtlinge zu bekommen, damit diese auf das Land verteilt werden können. Das berichtet die BR Rundschau. Die bayerischen Behörden kritisierten auch die Deutsche Bahn. Es sei kaum möglich, bei der Bahn die Bereitstellung von Sonderzügen zu bekommen. Unglaublich, die Behörden finden nicht mal einen Weg zur Konzernspitze, sondern verhandeln nur mit lokalen Bahnvertretern, die der Vorstand, der gemütlich im Berliner Glas-Tower am Potsdamer Platz haust, vorschickt. Das muss man sich mal vorstellen: Der Eigentümer der Bahn, der Bund, kann aktuell nicht mal sein eigenes Unternehmen zur unbürokratischen Hilfe bewegen. 

München begrüßt mit viel Herz die Flüchtlinge:

Fotos: Bayerischer Rundfunk, BR24

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