München winkt noch ab. Alles halb so schlimm. Die Wiesn sollen auch in diesem Jahr ganz normal verlaufen. Das mag auf den ersten Blick stimmen, denn die #Flüchtlinge haben ganz andere Sorgen, als auf das Oktoberfest zu gehen. Los geht das weltweit größte Volksfest am 19. September 2015 bis zum ersten Oktoberwochenende. Das Problem wird der Ansturm im Bahnhof werden. Denn am Hauptbahnhof München treffen spätestens Freitagabend neben den Pendlern, tausende Touristen in Feierlaune und unzählige Flüchtlinge ein. Wenn hier das Sicherheitskonzept versagt, könnte das in einer Panik enden.

Problem: der Kopfbahnhof

"Wir rechnen mit einer normalen Wiesn mit einer kleinen Besonderheit: dem Aufeinandertreffen zweier grundverschiedener Gruppen", sagte Wilfried Blume-Beyerle von der Kreisverwaltung in München gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR). Kleine Besonderheit? München besitzt keinen Prachtbau wie den Berliner Hauptbahnhof, wo es weitläufig ist. München hat im Vergleich einen mittelgroßen Kopfbahnhof - alles konzentriert sich in eine Richtung. Das dürfte keine kleine Besonderheit sein, sondern das sichere Chaos. Dennoch gehen die Behörden davon aus, dass während der Wiesn nicht wieder zehntausende Flüchtlinge ankommen, wie an den letzten Wochenenden. Das würden auch die wiedereingeführten Grenzkontrollen schon verhindern.

Betrunkene treffen auf erschöpfte Migranten

Nun sollte man München keine Leichtsinnigkeit mit einer möglichen Gefahr unterstellen. Immerhin stemmt die Landeshauptstadt von Bayern vergleichsweise gut die Flüchtlingskrise. Das Personal in den Behörden schiebt Überstunden, arbeitet pausenlos selbst an Wochenenden. Das muss hier auch mal gesagt werden. Nur treffen zum Oktoberfest eben nicht nur vernünftige oder hilfesuchende Menschen ein. Jede Familie weiß, dass sie besser die Wiesn meiden sollte, wenn am Abend Unmengen Alkohol in Gewaltexzesse enden. Die Gewalt nahm über die Jahre beim Oktoberfest zu. Das sind keine Einzelfälle, sondern jedes Jahr ein noch größeres Problem - besonders für Sanitäter und die Polizei.

Platzverbote bereits an bekannte Täter erteilt

Deshalb will die Stadt den Hauptbahnhof in zwei Zonen unterteilen. Das berichtet der BR in seiner Rundschau. So sollen die Wiesn-Besucher nur die Halle über die Südseite verlassen können und die Flüchtlinge werden über die Nordseite geführt. Auch rund um die Theresienwiese, wo das Oktoberfest stattfindet, werden die Kontrollen durch Polizei und Ordnungshüter verstärkt. Zudem habe die Stadt München Betretungsverbote ausgesprochen. Personen, die schon mal Körperverletzung oder Taschendiebstahl auf den Wiesn begangen haben, müssen draußen bleiben. Wie man die Platzverweise allerdings bei Millionen Besuchern kontrollieren will, bleibt fraglich.

Der SWR hat sich die Wiesn mit den Flüchtlingen in einer Satire angenommen:

Foto: Bayerischer Rundfunk/BR24

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