Die Bilder vom Besuch der Kanzlerin in Heidenau gingen durch die Weltpresse. Aber zunächst nicht vorrangig, weil sich #Angela Merkel der Flüchtlingsproblematik angenommen hat, sondern weil Heidenau im Fokus schwerer Ausschreitungen stand. Merkel wurde ausgebuht und mit Hass überzogen - vom eigenen Volk. Viel zu spät hatte sie in der Flüchtlingskrise reagiert. Das war vor einer Woche. Inzwischen machte Merkel die Flüchtlinge zur Chefsache. Sie handelte. Und dafür kommt nun aus dem Ausland viel Lob. Ja von "großer Menschlichkeit" ist sogar die Rede. 

Die Briten sollten sich ein Beispiel nehmen

Deutschland ist inzwischen die wichtigste Zuflucht für Flüchtlinge geworden. Ein Vorbild in Europa. Denn gerade Frankreich und Großbritannien werden für ihren Umgang mit Flüchtlingen scharf kritisiert. Der britische Premier verhängt gar Strafen für illegale Einwanderer, selbst wenn es Mütter mit Kindern auf der Flucht sind. Und ein neues Gesetz soll die Zahl der Einwanderer im Vereinten Königreich weiter reduzieren.

Deutschland hat viel Gefühl für Menschen in Not

"Angela Merkels menschliche Haltung zur Einwanderung ist eine Lehre für uns alle", berichtet die britische Zeitung "Observer". Das Blatt lobt in höchsten Tönen, dass Merkel und die Bundesregierung vielen Kriegsflüchtlingen Schutz gewährt. Deutschland sei ein Land mit viel Gefühl für Menschen in Not, so britische Medien. Donnerwetter, hat man da noch Worte? Ja, aus der Schweiz. Dort lobte man Deutschland im "Corriere del Ticino" als ein Land, das in der Flüchtlingskrise vorangehe. Spanische Medien sprechen von einer "beeindruckenden Solidarität der Deutschen".

Kommunen nicht mehr allein lassen

Für Angela Merkel kommen solche Bekundungen gerade recht. Wichtig ist aber auch, dass die Bundesregierung ihre Flüchtlingspolitik den Menschen erklärt. Nach wie vor herrschen Vorurteile, wenn man den Bürgern ein Flüchtlingslager in die Kleinstadt setzt. Ohne Frage, wir müssen und werden helfen. Das Problem in Heidenau war aber auch das Ergebnis für eine Politik, die zu lange in Berlin ausharrte und die Kommunen mit der Lösung der Flüchtlingskrise allein gelassen hat. 

Merkel im Flüchtlingslager in Heidenau (Sachsen):

Foto: Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann