Spitzenpolitiker von CDU und CSU geraten erneut in das Visier von Plagiatsjägern. Bereits dem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der ehemaligen Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) wurden unsaubere Doktorarbeiten zum Verhängnis. Beide Politiker - beim Volke durchaus beliebt - mussten ihre Ministerämter an den Nagel hängen.

Viele Unregelmäßigkeiten

Nun trifft es die aktuelle Ministerin für Verteidigung: #Ursula von der Leyen (CDU/CSU) soll zahlreiche Regelverstöße bei ihrer damaligen Doktorarbeit im Jahr 1990 begangen haben. Die Internetseite "VroniPlag Wiki" behauptet, dass auf 27 der insgesamt 62 Textseiten Plagiate gefunden worden wären. So wurden "zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind" von "VroniPlag Wiki" dokumentiert.

Professor: Quellenangaben stimmen nicht

Gerhard Dannemann ist Juraprofessor an der Humboldt-Universität in Berlin. Auch er arbeit bei "Vroni Plag Wiki" mit. Gegenüber Spiegel Online sagte der Professor: "Von der Leyens Arbeit ist eher ein mittelschwerer als ein schwer Fall". Ein Problem sehe Dannemann aber bei 23 gefundenen Hinweise auf Quellen. "Der zitierte Inhalt war dort gar nicht zu finden", so der Professor im Magazin weiter.

Ministerin von der Leyen wehrt sich gegen die Vorwürfe

Ursula von der Leyen wehrt sich gegen die Vorwürfe. "Die Ministerin weist den Vorwurf nicht nur zurück, sie hat noch am selben Tag die Medizinische Hochschule Hannover gebeten, ihre Dissertation (...) überprüfen zu lassen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Eine fachkundige und neutrale Ombudsstelle der Hochschule würde nun die Doktorarbeit genau begutachten. 

Hochschule Hannover überprüft bereits Doktorarbeit 

Die Hochschule prüfe bereits die Doktorarbeit von Ursula von der Leyen und wolle die Ergebnisse schnell bekannt geben. Der Bayerische Rundfunk berichtete in seiner BR Rundschau, dass mit einem vertraulichen Bericht über die Ergebnisse der Vorprüfung, bereits in den nächsten Tagen zu rechnen ist. Für die Verteidigungsministerin eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen.

Foto: Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

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