Viele Passagiere waren russische Urlauber, die schöne Tage am Roten Meer genossen haben. Bereits kurz nach dem Start im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich, stürtzte am vergangenen Samstag ein Flieger mit 224 Menschen an Bord ab. Alle Passagiere sind dabei ums Leben gekommen, teilte die russische Botschaft in Kairo mit. 

Bekennertweet der IS

Inzwischen twitterte der ägyptische Ableger der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (kurz IS), er habe die Maschine zum Absturz gebracht. Die Tweet: "Die Soldaten des Kalifats haben es geschafft, ein russisches Flugzeug in der Provinz Sinai abzuschießen". Der Abschuss soll laut IS eine Racheaktion für die russische Intervention in Syrien sein. Denn Russland hat vor gut einem Monat mit den Luftangriffen über Syrien begonnen. Zunächst seien die Behörden vor Ort von einem technischen Defekt ausgegangen. 

Abschuss durch Raketen eher unwahrscheinlich

Auch kann ein Abschuss nicht bestätigt werden. "Es gibt bislang weder Hinweise auf einen Abschuss noch auf eine Bombe an Bord", hieß es von den ägyptischen Behörden. Militärexperten halten einen Absturz durch einen Abschuss zum gegenwärtigen Zeitpunkt für eher unwahrscheinlich. So würden die IS-Kämpfer auf dem Sinai in Ägypten gar nicht über Boden-Luft-Raketen verfügen, die ein Flugzeug auf einer Höhe von 30.000 Fuß (etwas über 9.000 Meter) treffen könnten. Denn so hoch flog die russische Absturz-Maschine bei ihrem letzten Funkkontakt. Allerdings könne man eine Bombe an Bord oder einen Abschuss durch eine Rakete nicht vollständig ausschließen.

Viele tote Kinder - grauenhafte Bilder für die Helfer

Die Trümmerteile der zerschellten Maschine wurden in der Region Nahe dem "Al-Arisch"-Flughafen, im Norden des Sinai gefunden. Rettungskräfte berichteten, dass das Flugzeug nach dem Absturz in zwei Teile zerbrochen ist. Ein Teil davon wäre an einem Felsen zerschellt, der andere Teil in Flammen aufgegangen. Für die Helfer war es ein unvorstellbares, grausames Bild. Viele der Opfer hätten noch angeschnallt in ihren Sitzen gesessen. Unter den 224 toten Passagieren sind mindestens 17 Kinder, sagte Mahmud al-Sinati, Chef der Luftfahrtbehörde in Ägypten.

Präsident Putin verspricht Opfern sofortige Hilfe

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Bildung einer staatlichen Untersuchungskommission angeordnet und die Leitung seinem Regierungschef Dmitri Medwedew übertragen. Laut dem Kreml in Moskau, wolle Putin sofortige Hilfe für die Angehörigen der Opfer veranlassen und sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus. 

Fotos: Livestream russisches Fernsehen via YouTube

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