+++ Update 18.10.2015, 21:30 Uhr: Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis bekam Henriette Reker 52,7 Prozent aller Stimmen und liegt damit deutlich über der absoluten Mehrheit. Sie hat damit die Wahl gewonnen. Reker befindet sich schwer verletzt auf der Intensivstation. +++

+++ Update 18.10.2015, 16:50 Uhr: Gegen den mutmaßlichen Täter wurde Haftbefehl erlassen. Frank S. wird in die Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf gebracht. +++

Am vergangenen Samstagmorgen kam es gegen 9 Uhr zu einem Attentat auf die parteilose Heinriette Reker. Die 58-Jährige ist Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl am 18. Oktober 2015 in Köln (Nordrhein-Westfalen). Mit einem etwa 30 Zentimeter langen Messer wurde die Lokalpolitikerin attackiert und schwer verletzt. Eine weitere Frau wurde ebenfalls schwer verletzt, drei weitere Personen erlitten leichtere Verletzungen.

Reker auf Intensivstation

Bei dem Täter soll es sich um den arbeitslosen Frank S. handeln. Der 44-Jährige wurde von einem Polizisten, der privat auf dem Wochenmarkt Braunsfeld unterwegs war, festgenommen. Bei dem Wochenmarkt handelt es sich auch um den Tatort. Hier wollte Henriette Reker für ihre Politik werben. Reker machte sich in der Flüchtlingsdebatte für Migranten stark und ermahnte politische Gegner, dass sie die Flüchtlinge nicht als Wahlkampf-Thema missbrauchen sollen. Reker befindet sich schwer verletzt auf der Intensivstation. Ihr Zustand sei noch nicht stabil.

Täter mutmaßlich aktiv in der rechtsextremen FAP

Wie SPIEGEL-Online berichtete, soll der Täter rechte Parolen bei der Festnahme gerrufen haben. "Die Ausländer nehmen uns Arbeitsplätze weg" und "ich habe Angst, dass bald die Scharia in Deutschland gilt". Für die Ermittler gebe es bisher noch keine Erkenntnisse zu Frank S., teilte Norbert Wagner von der Kripo Köln mit. Nach Recherchen von SPIEGEL-Online soll S. jedoch bereits in den 90er-Jahren mutmaßlich in der rechtsextremen und bereits verbotenen FAP (Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei) aktiv gewesen sein. Auch im Internet habe er ausländerfeindliche Kommentare gepostet.

Oberbürgermeister-Wahl findet trotzdem statt

Die Oberbürgermeister-Wahl wird heute trotz des Attentats stattfinden. Das Wahlkampfbüro von Henriette Reker gab unterdessen eine Stellungnahme ab: "Der Messerangriff (...) hat uns alle tief bestürzt. Die demokratischen Parteien wünschen sich, dass eine rege Wahlbeteiligung erfolgt und der Ausgang der Wahl unbeeinflusst bleibt." Henriette Reker tritt gegen den SPD-Chef Jochen Ott an und werde versuchen, von der Intensivstation ihre Stimme abzugeben.

Zeugenaussage zum abscheulichen Attentat auf OB-Kandidatin Henriette Reker:

Fotorechte: Wahlbüro Henriette Reker

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