Fast fünfzig Demonstrationen ist es her, dass #PEGIDA am 19. Oktober 2014 das erste mal mit etwa dreihundert Demonstranten in Dresden auf die Straße ging. Auslöser waren damals unter anderem Straßenschlachten von Jesiden, Kurden und Tschetchenen - und zwar auf deutschen Straßen. Aus den "Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes" wurde binnen weniger Wochen eine der größten Protestbewegungen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Vor dem ersten Geburtstag der Bewegung hat sich das politische Klima im Zuge des Asylchaos nochmals zugespitzt: Gabriel bezeichnete die Demonstranten als "Pack", andere als "Mischpoke", selbst Merkel warnte vor einer Teilnahme.

Wie war es wirklich?

Wer heute in die Presse schaut, sieht diese Szenarien bestätigt: Von Gewaltausbrüchen und Hassparolen ist die Rede. Doch wie war es nun wirklich? Blasting News Deutschland Journalist Robin Classen war Ort und stellte fest: Ganz Unrecht hat Pegida mit seinen "Lügenpresse"-Parolen jedenfalls nicht.

Ein Querschnitt der Gesellschaft

Schon um 18 Uhr war der Theaterplatz ordentlich gefüllt: Tausende Personen - dem Akzent nach vornehmlich sächsischer Herkunft - hatten sich dort eingefunden, Kerzen entzündet und schwenkten ihre Fahnen und selbst gebastelten Schilder. Viele hatten sich große Mühe gemacht und sogar LEDs an Fahnen- und Plakatstangen angebracht, die den festlich erleuchteten Platz in ein buntes Lichtermeer tauchten. Von der jungen Schülerin über den Studenten bis hin zur älteren Dame war ein representativer Querschnitt der Gesellschaft anwesend und neben exquisiten Damenmänteln sah man Jogginghosen im leichten Wind flattern. Keine Spur von Aggressivität und Gewaltbereitschaft.

Gewaltbereite Chaoten gab es eher auf der anderen Seite

Diese zeigte sich eher am Zugang zum Theaterplatz, an dem sich vermummte Gegendemonstranten aufhielten, Zugangswege versperrten und jeden anschrien, der es wagte, von seinem Versammlungsrecht Gebrauch zu machen. Sollten diese schwerst tätoowierten, piercingbehangenen Schreihälse wirklich der "Aufstand der Anständigen" sein? Von den anderen Gegendemonstranten war für Teilnehmer der Pegida-Veranstaltung jedenfalls nichts zu sehen: Sie demonstrierten abgeschirmt, um Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Europäische Redner und demokratische Botschaften

Derweil begannen die Reden der Pegidianer: Lutz Bachmann machte den Anfang, es folgten Redner aus Italien, Polen, Tschechien, Holland und England, die ein vielfältiges Bild der europäischen Völker zeichnen sollten und den Anspruch der Bewegung, die innereuropäische Völkerverständigung zu unterstützen, untermauerten. Ein Redebeitrag von Akif Pirinci, einem für seine Fäkalsprache bekannten türkischen Schriftstellers, der dann tatsächlich hetzerische Elemente enthielt, ging in den "Aufhören!"-Rufen des Publikums unter, wohingegen ein anderer Redner für sein Bekenntnis zum Existenzrecht aller Völker - auch des israelischen - Beifall erhielt. Als Westdeutscher, der bisher nur die Berichterstattung in den Medien kannte, musste man sich wahrlich die Augen reiben: Rechtsextremismus sieht jedenfalls anders aus.

Gegen Ende dann die Schockmeldung: Ein Pegida-Demonstrant wurde von Linksextremen schwer verletzt und die von der Politik protegierten Gegendemonstranten hatten alle Ausgänge umstellt. Pegida war eingekesselt! Doch geduldig und ohne Gewalt harrten die Menschenmassen aus, bis die Polizei mit Knüppeln und Wasserwerfern die Kriminellen von der Straße gefegt hatte.

Es waren 30.000

Die Abreise erfolgte friedlich und weitestgehend ohne Konfrontation. Insgesamt passen laut Ordnungsamt 39.000 Menschen auf den Theaterplatz - er war brechend voll. Dennoch übernahmen Medien kritiklos die Angaben des linken Bündnisses "durchgezählt", das von gerade mal 15000 bis 20000 Teilnehmern sprach. In Wahrheit waren es wohl mindestens 30.000. Die lange Abreise geschah in nachdenklicher Stimmung. Ein Wort spukte im Kopf umher: Lügenpresse.

#Angela Merkel #Flüchtlinge