Nach Medienberichten sprengten sich am vergangenen Samstag, gegen 10 Uhr morgens, am Hauptbahnhof von Ankara zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Sie rissen dabei mindestens 97 Demonstranten einer Friedensdemonstration, zu der unter anderem die "Konföderation der Revolutionären Arbeiter-Gewerkschaft" (DISK) aufgerufen hatte, mit in den Tod. Weitere 100 wurden zum Teil schwer verletzt.

Hintergründe des Anschlags sind noch nicht bekannt

Bislang hat sich noch niemand zu diesem feigen Anschlag auf die friedliche Demonstration bekannt. Wilde Theorien im Internet machen dennoch die Runde. So wurden Spekulationen laut, dass die türkische Regierung unter Präsident Erdogan selbst an diesem Anschlag beteiligt gewesen sein soll. Denn es hatten sich auch die kurdisch orientierte HDP bei der Demonstration eingefunden. Der Anschlag vom Wochenende war bereits der Dritte - innerhalb von nur wenigen Monaten - auf kurdische Aktivisten. 

Profitiert der "IS" von einer Destabilisierung der Türkei? 

Gründe für eine Destabilisierung des Landes gibt es viele. So könnte auch der "Islamische Staat" (IS) von einer von inneren Unruhen gebeutelte Türkei profitieren. Seitdem sich die Türkei offiziell am internationalen Kampf gegen die Terrororganisation IS beteiligt, steht auch sie im Fokus des IS, der ein internationales Kalifat unter der Riege des islamischen Staates errichten will. Im Juni 2015 sprengte sich erst ein IS Selbstmordattentäter, in der türkisch-syrischen Grenzstadt Suruç, in die Luft und riss dabei 33 zumeist kurdische Studenten mit in den Tod.

Eskalation ohne Grenzen?

Die derzeitige Lage an der türkischen Grenze lässt erahnen, wie nah die Welt an einem globalen Krieg entlang schlittert. Die Auswirkungen des Krieges hat mittlerweile  hunderttausende von Kriegsflüchtlingen zur Folge. Die jüngste Eskalation in der gebeutelten Krisenregion, nämlich durch das massive Eingreifen der USA und Russlands in den Konflikt, scheint mehr zur Eskalation beizutragen, als sie zu entschärfen. Jetzt sind besonnene Köpfe auf beiden Seiten gefragt und keine Turmfalken, die um ihrer eigenen Machtwillen das Pulverfass Nahost endgültig entzünden. Das gilt für Obama ebenso wie für Putin, Netanjahu oder Erdogan. Fest steht: Wer auch immer für diesen feigen Anschlag verantwortlich gemacht werden kann - man wollte hier die Lunte legen, um die Türkei zu destabilisieren.  #Terror