Es dauerte nicht einmal 48 Stunden nach dem Hinweis bei der Polizei, da war Andy P. schon ein verurteilter Straftäter. Das Amtsgericht Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) sah es als erwiesen an, dass sich der 26-Jährige auf seiner Facebook-Seite nicht nur der "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten" schuldig gemacht hat.

Flüchtlinge sollten brennen

So wurde durch den zuständigen Richter, Hinrichs Dimpker, der Tatbestand der "Volksverhetzung" sowie das "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" ebenfalls festgestellt. Andy P. hatte auf seiner Facebook-Seite gegen #Flüchtlinge gehetzt und damit gedroht, dass er Flüchtlingsheime anzünden will. Auch nannte der Mann die Flüchtlinge ein "Dreckspack", welchen man mal einen Besuch abstatten sollte. Die Hamburger Morgenpost hat in seiner aktuellen Ausgabe einen rassistischen Kommentar veröffentlicht (Bild 2). Das Blatt berichtet weiter, dass Andy P. auch äußerte, die Flüchtlinge am "lebendigen Leib verbrennen zu wollen".

Tipp kam von einem User auf Facebook

Doch wie kam es zu so einem schnellen Urteil innerhalb von nur zwei Tagen? Bei der Kripo Schwerin meldete sich ein User, der auf den Eintrag von P. hinwies. Bereits am selben Tag, wo sich der Zeuge meldete, nahmen Mitarbeiter vom Staatsschutz den arbeitslosen Andy P. fest. Der zu dem Zeitpunkt noch mutmaßliche Facebook-Hetzer, verbrachte die darauffolgende Nacht in Polizeigewahrsam. Am nächsten Tag wurde P. der Prozess gemacht. Die Onlineausgabe vom stern zitiert den zuständigen Richter Dimpker: "Die Strafprozessordnung sieht solche beschleunigten Verfahren durchaus vor." Der Vorsitzende beklagte, dass diese Verfahren jedoch selten angewandt werden. Allerdings in einigen Fällen auch gar nicht angewandt werden können, zum Beispiel bei Totschlag. "Im Fall von Andy P. war die Beweislage jedoch eindeutig."

Urteil: Freiheitsstrafe und empfindliche Geldsumme

Andy P. wurde zu fünf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 300 Euro Geldstrafe verurteilt. Diese Summe ist für den Hartz-IV-Empfänger eine empfindliche Strafe. Die Höhe solcher Geldstrafen richtet sich nach Einkommen und Vermögen des Beschuldigten. Im Gericht bereute Andy P. seine Taten. Die Drohung sei nicht ernst gemeint und eine saublöde Idee gewesen. Die Reue schützte aber vor Strafe nicht.

Moderatorin Anja Reschke nahm im Skandalkommentar Stellung gegen Hass:

Foto: Facebook / Bild 2 - Veröffentlichung Hamburger Morgenpost

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