Eine der wichtigsten Errungenschaften in unserer Demokratie ist die Meinungsfreiheit. Selbst #PEGIDA-Anhängern dürfen in diesem Land den größten Unfug von sich geben. Zunächst erst einmal: Wenn, wie am vergangenen Montag (19. Oktober) in Dresden, erneut bis zu 20.000 Menschen zu der Kundgebung von Pegida kommen, dann muss man das ernst nehmen. Das Volk ruft zu Gegendemonstrationen auf (Bild 2) und zeigt Flagge gegen Fremdenhass. Das ist ein wichtiges Signal.

Pegida wieder mehr Zulauf

Zum einjährigen Bestehen von Pegida, erleben die Aufmärsche der Bewegung wieder rasanten Zulauf. Allein am 12. Januar waren insgesamt 25.000 Demonstranten auf der Kundgebung. Was sind die Gründe? Normalerweise sollten wir Journalisten darüber berichten. Das Problem ist, dass es für die vermeintliche "Lügenpresse" kaum einen Zugang zur Bewebung gibt. Am 12. Januar gelang es Reportern vom NDR (Norddeutscher Rundfunk), Anhänger auf der Pegida-Demo zu interviewen - sehr offen und mit ihren Vorurteilen gegenüber Asylanten. Die Reporter ließen die Menschen über ihre vermeintlichen Sorgen ausreden. Herausgekommen ist ein provozierender Bericht und die Tatsache, dass nicht wenige Demonstranten einfach nur platten Parolen folgen.

Der Westen ist von Ausländern überrannt

"Ich habe keine Angst vor den Flüchtlingen, ich sehe nur Deutschland in Gefahr", sind da Sprüche. Eine andere Frau vermag zu wissen, dass die Ausländer meist im Sommer, wenn es hier schön warm ist, zu uns kommen. Sie nehmen das Geld und fahren im Winter, wenn es kalt ist, wieder nach Hause. Woher die Dame das fest macht, kann sie selbst nicht beantworten. Ein anderer Herr sieht die alten Bundesländer bereits als verloren an. "70 Prozent, ja 80 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Großstädten sind keine Deutschen mehr." Solch ein Unsinn wurde nicht mal im damaligen DDR-Schulunterricht "Staatsbürgerkunde" gelehrt - und der war schon auf Hetze ausgelegt.

In 20 Jahren gibt es kein Weihnachten mehr

Dann spricht eine weitere Dame mit den Reportern. "Ich möchte, dass die Kirche im Dorf bleibt und wir nicht zu Weihnachten in die Moschee müssen." Weihnachten, wie Deutschland es kennt, wird es wegen den Flüchtlingen in 20 Jahren so nicht mehr geben. Eine ältere Frau will wissen, dass es bald keine Geschenke mehr für die Kinder gibt. Aber nicht nur das sind die "Ängste" der Pegida-Bewegung. "Ausländer bringen auch Bazillen mit und wir müssen es dann ausbaden", so ein Demonstrant. Er empfiehlt, dass man die Bazillen-Flüchtlinge isolieren sollte. Das wäre bei so manchen Pegida-Demonstrant auch keine schlechte Idee.

Anja Reschke und Redaktion "Panorama" lassen Pegida-Anhänger reden:

Fotorechte: N24, Jaafar Abdul K.

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