Update, 31.10.2015, 16:15 Uhr: Die Staatsanwaltschaft nimmt die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung auf. Die Behörden stehen im Verdacht, die Sicherheitsbestimmungen für den Nachtclub nicht genau geprüft zu haben. Zudem prüfen die Ermittler, ob es einen Notfall- und Evakuierungsplan gab. Der Veranstalter steht im Verdacht Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten zu haben

In der rumänischen Hauptstadt Bukarest kam es in der Nacht von Freitag zu Samstag zu einer schweren Explosion. Dabei sollen nach aktuellem Stand mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen sein. Etwa 180 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Wie Medien vor Ort berichteten, sollen zum Zeitpunkt der Explosion rund 400 Menschen im dem Club "Colectiv" gewesen sein. Sie besuchten ein Rockkonzert der rumänischen Band "Goodbye to Gravity", die ihr Album "Mantras of War" vorstellen wollten. Möglicherweise sollen pyrotechnische Effekte im Rahmen des Programms der Grund für die Explosion gewesen sein.

Nur ein Ausgang zur Flucht

Laut rumänischen TV-Sendern spielten sich im Nachtclub dramatische Szenen ab. Mehrere Zeugen und Überlebende teilten mit, dass bei der Feuerwerksshow im Club zunächst eine mit Schallschutz-Schaum verkleidete Säule Feuer gefangen habe. Ein Mitarbeiter habe darauf vergeblich versucht, den Brand zu löschen. Von der Säule habe sich das Feuer dann auf die ebenfalls mit Schallschutz-Material verkleideten Decken und Wände rasend schnell ausgebreitet. Beim Feuerausbruch kam es dann zu einer Massenpanik. Von zwei Ausgängen war nur ein einziger Ausgang passierbar. Menschen konnten so dem Inferno nicht entkommen. Der Club befindet sich in einem Keller. Viele Gäste seien auf ihrer Flucht niedergetrampelt worden, einige mit Herz-Atemstillstand im Raum nur noch tot aufgefunden worden.

Opferzahl könne noch steigen

"Ich befürchte, dass die Zahl der Todesopfer noch steigt", erklärte Raed Arafat, der zuständige Staatssekretär für Rettungswesen. Die Staatsanwaltschaft leitete inzwischen Ermittlungen ein. Der Innenminister Gabriel Oprea eilte umgehend zu dem Nachtclub im Zentrum der rumänischen Hauptstadt Bukarest. "Das hier ist eine große Tragödie", so der fassungslose Politiker. Staatspräsident Klaus Iohannis erklärte auf Facebook, er sei "erschüttert und tief traurig" über diese Tragödie. Für die frühen Morgenstunden hat die Regierung eine Krisensitzung einberufen.

Aktuelle Bilder vom Ort des Geschehens - Nacht 30./31.10.2015:

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